Immer mehr Schwule sind HIV-positiv
publiziert: Montag, 28. Nov 2005 / 08:43 Uhr / aktualisiert: Montag, 28. Nov 2005 / 09:25 Uhr

Bern - Die Zahl der Aids-Infektionen bei homosexuellen Männern nimmt in der Schweiz alarmierend zu.

Schwulen sind sexuell aktiver, haben öfter und mit mehr Partnern Verkehr - auch ungeschützt.
Schwulen sind sexuell aktiver, haben öfter und mit mehr Partnern Verkehr - auch ungeschützt.
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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will seine Präventionsmassnahmen deshalb stärker auf die Schwulenszene ausrichten.

Gemäss einer publizierten Hochrechnungen des BAG dürften bis Ende Jahr 240 Männer mit sexuellen Beziehungen zu Männern positiv auf das HI-Virus getestet worden sein, rund 37 Prozent mehr als 2004. «Homosexuelle schützen sich nicht schlechter vor Aids», kommentiert Roger Staub, Leiter der Sektion Aids, diese Zahlen.

Höhere Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken

Doch der generelle Trend zu weniger Schutz habe für Homosexuelle schwer wiegende Folgen: Für schwule Männer sei die Wahrscheinlichkeit, bei sexuellen Kontakten auf einen HIV-Infizierten zu treffen, 30 bis 40 Mal höher.

Denn trotz der Vorbeugung und der Begrenzung der Neuinfektionen sei das HI-Virus unter Homosexuellen nach wie vor sehr viel stärker verbreitet als in der übrigen Bevölkerung. Das BAG geht davon aus, dass vermehrten HIV-Infektionen mit Änderungen in der Szene und neuen Verhaltensweisen zusammenhängt.

Kontakte per Internet

Immer mehr Kontakte zwischen Homosexuellen kommen via Internet zu Stande. Präventionsmassnahmen in einschlägigen Lokalen erreichen immer weniger Menschen. Nach «Gay Survey 2004» hat sich auch das Sexualverhalten der Schwulen verändert: Sie sind sexuell aktiver, haben öfter und mit mehr Partnern Analverkehr - auch ungeschützt.

Viele wüssten auch zu wenig über wirkungsvollen Schutz vor Aids. Das BAG will deshalb seine «Love-Life»-Kampagne stärker auf Schwule ausrichten.

Mehr Infektionen in Grossstädten

Ein starker Anstieg neuer Infektionen unter homosexuellen Männern lässt sich in den meisten westeuropäischen Grossstädten und umliegenden Ländern beobachten.

Insgesamt dürfte die Zahl der positiven HIV-Tests 2005 trotz des Anstiegs bei den homosexuellen Männern leicht tiefer sein als 2004. Das BAG erwartet, dass bis Ende Jahr rund 720 positive Tests gemeldet werden. 2004 waren es 742.

(fest/sda)

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