Neuer Wearable-Tech-Ansatz setzt auf leitfähigen Zwirn

Intelligente Hightech-Kleidung wird flexibler

publiziert: Montag, 7. Apr 2014 / 23:49 Uhr
Letztendlich soll eine völlige Verschmelzung von Stoff und Elektronik erreicht werden.
Letztendlich soll eine völlige Verschmelzung von Stoff und Elektronik erreicht werden.

Auckland - Intelligente Hightech-Kleidung, die mittels integrierter Sensoren die Bewegung oder den Gesundheitszustand des Users überwacht, steht vor dem nächsten Entwicklungsschritt.

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Während Produkten wie Smart Watches und Augmented-Reality-Brillen bislang der grosse Durchbruch auf den Massenmarkt noch nicht geglückt ist, hoffen die Hersteller bereits auf den Erfolg der nächsten Gerätegeneration. Diese setzt vor allem auf flexiblere Bauteile, die eine vielseitigere Einbettung von Technologie in die Alltagskleidung der Menschen erlauben. Beispiele dafür sind etwa smarte Socken, die den Blutfluss im Bein messen oder Büstenhalter mit eingebautem Pulsschlagmesser.

Elektronik im Stoff

«Tragbare Elektronik ist grossartig. Der ganz grosse Durchbruch wird hier aber erst gelingen, wenn es die Hersteller schaffen, sie in etwas zu verpacken, das die Leute jeden Tag anziehen müssen», zitiert der New Scientist Simon McMaster, Founding Scientist beim neuseeländischen Wearable-Tech-Spezialisten Footfalls and Heartbeats. Mit seiner Firma habe er deshalb ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem sich elektronische Bauteile gleich direkt in die Fasern bestimmter Stoffe einbetten lassen. «Dieser Ansatz ist wesentlich flexibler und ermöglicht es, die Sensoren überall zu platzieren, wo man will», erklärt McMaster.

Zu den grundlegenden Vorteilen dieser Methode gehört auch eine breitere Palette an messbaren Körperdaten. «Mittels leitfähigen oder optischen Sensoren, die direkt in T-Shirts, Hosen und Unterwäsche eingewoben sind, kann die neue smarte Kleidung deutlich mehr Signale überwachen als bisherige starre Bauteile», betont der Forscher. Dabei soll letztendlich eine völlige Verschmelzung von Stoff und Elektronik erreicht werden. Solch ein «leitfähiger Zwirn» könnte laut McMaster dann beispielsweise auch Daten wie die Druckkraft, Zugkraft oder Temperatur eines Körperteils kontrollieren.

Smarte Socken

Um genau diese theoretischen Versprechungen auch in der Praxis umsetzen zu können, hat man sich bei Footfalls and Heartbeats kurzerhand mit Wissenschaftlern der University of Nottingham zusammengetan. Ziel des gemeinsamen Projekts ist die Entwicklung von neuartigen Highteck-Socken, die Diabetiker rechtzeitig vor Fussgeschwüren warnen sollen.

Hierfür wurde eine spezielle «smarte Wolle» produziert, in der Kunststoff-Lichtleiter verwoben sind. Letztere «beleuchten» gewissermassen den Fuss des Nutzers, um festzustellen, ob dieser über eine ausreichende Blutzirkulation verfügt. Ist diese zu gering, besteht die Gefahr von Geschwüren. «Der Träger wird dann per Alarm gewarnt, dass er das Gewicht, das auf seinen Füssen lastet, reduzieren muss oder zum Arzt geschickt», erläutert McMaster.

 

 

(fest/pte)

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