Iran droht Grossbritannien mit «Schlag ins Gesicht»

publiziert: Dienstag, 29. Dez 2009 / 22:13 Uhr

Teheran - Nach der blutigen Niederschlagung der Proteste in Teheran ist das iranische Regime weiter gegen die Opposition und Kritiker vorgegangen: Auch die Schwester von Schirin Ebadi wurde verhaftet, wie die iranische Nobelpreisträgerin aus London berichtete.

Die Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi.
Die Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi.
6 Meldungen im Zusammenhang
Mehrere Sicherheitsbeamte hätten das Haus ihrer Schwester Nushin Ebadi am Montagabend durchsucht, den Computer beschlagnahmt und sie abgeführt, sagte die 62-jährige Menschenrechtsaktivistin und Anwältin im Nachrichtensender CNN.

Ihre Schwester sei eine Wissenschaftlerin und keine politische Aktivistin. Das Ziel der Aktion gegen sie selber gerichtet gewesen, um sie einzuschüchtern, war Ebadi überzeugt.

Erstmals äusserte sich Staatschef Mahmud Ahmadinedschad öffentlich zu den Protesten. Die Kundgebungen seien von «Zionisten und Amerikanern» gesteuert worden, sagte er.

Von dem «Spektakel» werde es einem «speiübel», sagte Ahmadinedschad. Sowohl diejenigen, die es geplant, als auch die, die daran teilgenommen hätten, seien «im Irrtum».

Der Zorn Teherans richtete sich vor allem gegen Grossbritannien. Der Regierung in London warf Aussenminister Manucher Mottaki vor, sich in innere Angelegenheiten eingemischt zu haben. Grossbritannien riskiere «einen Schlag ins Gesicht», wenn es nicht aufhöre, «Unsinn zu reden», sagte Mottaki.

Ein Vertreter des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei forderte die Todesstrafe für Oppositionsführer. Diejenigen, die hinter den derzeitigen Unruhen steckten, seien Feinde Gottes und müssten nach den Gesetzen der Scharia hingerichtet werden, zitierte das staatliche Fernsehen den Geistlichen Abbas Waes-Tabasi.

Auch das von konservativen Abgeordneten dominierte Parlament forderte eine harte Strafe für die Demonstranten, die mit ihren Gewaltaktionen das heilige Aschura-Fest gestört hätten. Parlamentspräsident Ali Laridschani und andere Abgeordnete setzten sich für die härteste Bestrafung ein, die in diesem Fall möglich sei.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Teheran/Paris - Bei den Unruhen im Iran sind nach Regierungsangaben auch ... mehr lesen
Heidar Moslehi äusserte sich nicht zur Nationalität der Ausländer.
In Sprechchören bekundeten die Demonstranten ihre Unterstützung für den Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei.
Teheran - Im Machtkampf mit der Opposition setzt die iranische Führung verstärkt auf die Mobilisierung ihrer Anhänger. Hunderttausende regierungstreue Iraner bekundeten in Teheran und ... mehr lesen
Teheran - Die iranische Opposition hat die Feierlichkeiten zum schiitischen ... mehr lesen
Iranische Polizisten warten auf ihren Einsatz.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der verstorbene Reformpolitiker Hussein Ali Montaseri.
Teheran - Am Rande des Trauerzugs ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche Überwachung der Erdoberfläche, insbesondere für militärische Zwecke.
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche ...
Nach Berichten aus den USA plant SpaceX den Bau eines neuen Satellitennetzwerks für einen US-Geheimdienst. Dieses Netzwerk namens «Starshield» soll die gesamte Erdoberfläche überwachen. mehr lesen 
Musikstreaming-Apps im App Store  Brüssel hat Apple mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro belegt. Laut einer Untersuchung der EU-Kommission hat das US-Unternehmen seine dominante Stellung durch bestimmte Regeln im App Store missbraucht und Konkurrenten im Musik-Streaming-Geschäft behindert. Ein zentraler Punkt ist das allgemeine Verbot von Apple für Entwickler, in ihren Apps auf günstigere Kauf- oder Abonnementmöglichkeiten hinzuweisen. mehr lesen  
Während die USA und andere Länder sich auf die bevorstehenden Wahlen vorbereiten, prognostiziert eine neue Studie eine Eskalation der täglichen ... mehr lesen  
Internationales Super-Wahljahr 2024.
Die US-Army testet KI gesteuerte Drohnen - und wurde überrascht.
Obwohl künstliche Intelligenz komplexe Probleme lösen kann, hat sie auch ihre Grenzen. In einem virtuellen Test ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 11°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 11°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 10°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 10°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 12°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 12°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 13°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten