Iran meidet Provokation

publiziert: Mittwoch, 19. Jan 2005 / 15:58 Uhr

Teheran - Der Bericht der Zeitschrift "The New Yorker" und das darauf folgende TV-Interview von US-Präsident Bush, in dem er einen Militärschlag gegen Iran nicht ausschliessen wollte, hat in Iran keine Panik ausgelöst. Dennoch werden die Warnungen ernst genommen.

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Weiterführende Links zur Meldung:

IAEA und Iran
Datensammlung über Iran und ihr Atomprogramm auf der Website der Internationalen Atomenergie-Behörde in Wien.
www.iaea.org/NewsCenter/Focus/IaeaIran/index.shtml

Hoffnungen auf eine Versöhnung mit dem "Erzfeind" USA, zu dem man über 25 Jahre keine diplomatischen Beziehungen mehr pflegt, wurden spätestens seit der Wiederwahl von George W. Bush aufgegeben.

Gleichzeitig versucht Teheran jegliche Provokation, die zu einer Eskalation der Spannungen führen könnte, zu vermeiden.

"Wieso sollen wir uns unnötig Ärger einhandeln, wenn es auch ohne geht", betont Staatspräsident Mohammad Chatami, trotz heroischer Aussagen vom Klerus bei Massengebeten, die den Amerikanern bei einem Angriff auf Iran ein zweites Vietnam prophezeien.

Eskalation vermeiden

Auch das Verteidigungsministerium erklärt, dass es die USA nicht wagen würden, das Land anzugreifen. Doch Chatami will es nicht darauf ankommen lassen und baut daher, zusammen mit seinem Aussenministerium und dem nationalen Sicherheitsrat, verstärkt auf die EU und deren Trio Frankreich, Grossbritannien und Deutschland.

Über das EU-Trio will Teheran die Anschuldigungen des Westens ausräumen, die zu einer Konfrontation - in Form von UNO-Sanktionen oder gar Militäraktionen - führen könnten.

"Mit den Europäern kann man vernünftig reden, die sind realitätsbewusst und ohne Vorbehalte", sagt Aussenminister Kamal Charrasi. Die Tatsache, dass die EU, einschliesslich London, keinerlei Interesse an einer zweiten Irak-Krise im Nachbarland Iran hat, kommt der islamischen Republik gelegen.

Urananreicherung suspendiert

Als Kompromiss hat das islamische System die Urananreicherung bis zumindest März beziehungsweise Juni dieses Jahres - je nach Ablauf der Gespräche - suspendiert.

"Wir sind bereit, der EU alle notwendigen Garantien zu geben, die die friedliche Nutzung unseres Atomprogramms belegt und auch der internationalen Gesellschaft versichert, dass wir keine Massenvernichtungswaffen bauen wollen," sagt Hussein Mussawian vom Sicherheitsrat.

Im Gegenzug soll die EU internationale Anerkennung für das friedliche Atomprogramm Irans und den Beitritt des Landes in die Welthandelsorganisation ermöglichen.

Nahostpolitik und Terrorismus

Beobachter sehen die Gefahr einer militärischen Konfrontation jedoch nicht nur in der Atomfrage, sondern auch im Nahen Osten und der damit verbundenen Terrorismusfrage.

Teheran verurteilt zwar jeglichen Terrorismus, will aber weder den Staat Israel noch einen Friedensprozess, der nicht alle Rechte der Palästinenser beinhaltet, anerkennen.

Ausserdem will der islamische Staat die Unterstützung von anti-israelischen Milizgruppen nicht aufgeben, die in Iran als Widerstandskämpfer gegen "zionistische Besetzer" heroisiert werden.

Das genau aber fordert die EU, ganz zu schweigen von den USA.

"Die Anerkennung Israels wird niemals erfolgen," sagt Aussenminister Charrasi, stellvertretend für die gesamte Regierung.

Stattdessen fordert Präsident Chatami eine internatonale Konferenz, in der Terrorismus zunächst korrekt definiert und dann mit internationalem Konsensus bekämpft wird.

(bsk/dpa)

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