Soziale Medien ausgefiltert

Iranischer Präsident Ruhani kritisiert Internet-Zensur

publiziert: Sonntag, 7. Sep 2014 / 17:15 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Sep 2014 / 21:24 Uhr
Hassan Ruhani ist nicht einverstanden mit der Internet-Zensur seines Landes.
Hassan Ruhani ist nicht einverstanden mit der Internet-Zensur seines Landes.

Teheran - Mit scharfen Worten hat der iranische Präsident Hassan Ruhani die Internet-Zensur in seinem Land kritisiert. Die gegenwärtige Politik, beliebte Internetseiten wie Facebook, Twitter oder YouTube auszufiltern, funktioniere nicht, sagte Ruhani am Sonntag.

6 Meldungen im Zusammenhang
«Es gibt keine andere Methode als Überzeugungsarbeit, Gewalt führt zu nichts», betonte er in der vom Staatsfernsehen live übertragenen Rede.

Mit Hilfe eines Filtersystems verwehren die iranischen Behörden ihren Landsleuten den Zugang zu hunderttausenden Internetseiten mit politischem oder sexuellem Inhalt. Viele werfen den Behörden zudem vor, die Internet-Geschwindigkeit bewusst zu drosseln, um den Zugang zu Websites zu erschweren.

Im vergangenen Monat entschied Ruhanis Regierung, den Zugang zum schnellen mobilen Internet massiv auszuweiten. Damit stiess der moderate Präsident bei konservativen Hardlinern auf scharfe Kritik.

Kritik an Geschlechtertrennung 

In seiner Rede kritisierte Ruhani auch die jüngste Entscheidung der Stadtverwaltung von Teheran, ihre männlichen und weiblichen Angestellten nach Geschlecht zu trennen. Er erinnerte daran, dass sich der Gründer der Islamischen Republik, Ayatollah Khomeini, schon zu Beginn der Revolution im Jahr 1979 gegen eine Geschlechtertrennung in den Universitäten ausgesprochen hatte.

Gleichzeitig aber verteidigte der Präsident die verhüllende Kleidung für Frauen. Allerdings sollte «die gesellschaftliche Moral» durch Dialog und Überzeugung gestärkt werden und nicht durch Verbote, fügte er hinzu.

Ruhani war im August vergangenen Jahres mit dem Versprechen an die Macht gekommen, in gesellschaftlichen Fragen eine moderatere Politik zu verfolgen als sein Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad. Bei den Konservativen stösst sein Ansatz auf erheblichen Widerstand, da sie bei jeder Liberalisierung einen Verfall der Sitten befürchten.

(ww/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Teheran - Nach Einschätzung von Irans Ex-Präsident Akbar Haschemi ... mehr lesen
Akbar Haschemi Rafsandschani (Archivbild)
Er müsse 28,5 Milliarden Rial Entschädigung zahlen.
Teheran - Der frühere iranische Vizepräsident Mohammed Resa Rahimi muss wegen Korruption ins Gefängnis. Der einstige Stellvertreter des umstrittenen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad wurde ... mehr lesen
Washington - Immer mehr Regierungen wollen den Informationsfluss im Internet ... mehr lesen
Die Zensuren im Internet werden verschärft - in Iran, Syrien, China, Kuba und Äthiopien ist die Einschränkung am grössten.
Hassan Rouhani möchte Veränderungen anstreben.
Teheran - Dem Iran ist es offenbar ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche Überwachung der Erdoberfläche, insbesondere für militärische Zwecke.
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche ...
Nach Berichten aus den USA plant SpaceX den Bau eines neuen Satellitennetzwerks für einen US-Geheimdienst. Dieses Netzwerk namens «Starshield» soll die gesamte Erdoberfläche überwachen. mehr lesen 
Musikstreaming-Apps im App Store  Brüssel hat Apple mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro belegt. Laut einer Untersuchung der EU-Kommission hat das US-Unternehmen seine dominante Stellung durch bestimmte Regeln im App Store missbraucht und Konkurrenten im Musik-Streaming-Geschäft behindert. Ein zentraler Punkt ist das allgemeine Verbot von Apple für Entwickler, in ihren Apps auf günstigere Kauf- oder Abonnementmöglichkeiten hinzuweisen. mehr lesen  
Während die USA und andere Länder sich auf die bevorstehenden Wahlen vorbereiten, prognostiziert eine neue Studie eine Eskalation der täglichen ... mehr lesen  
Internationales Super-Wahljahr 2024.
Die US-Army testet KI gesteuerte Drohnen - und wurde überrascht.
Obwohl künstliche Intelligenz komplexe Probleme lösen kann, hat sie auch ihre Grenzen. In einem virtuellen Test ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 5°C 6°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
Basel 6°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 3°C 5°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 4°C 8°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 6°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 6°C 9°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten