Islamist neuer Präsident Somalias

publiziert: Samstag, 31. Jan 2009 / 08:57 Uhr

Dschibuti - Der als gemässigt geltende Islamistenführer Scheich Scharif Ahmad ist zum neuen Präsidenten Somalias gewählt worden. Die Abgeordneten versammelten sich aus Sicherheitsgründen im benachbarten Dschibuti.

Scharif Ahmad gilt als gemässigt.
Scharif Ahmad gilt als gemässigt.
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Ahmad war als Führer der von Islamisten dominierten Allianz für die Wiederbefreiung Somalias (ARS) zu der Wahl angetreten. Sein Vorgänger als Staatschef, Abdullahi Yusuf Ahmad, war im Dezember nach einem Machtkampf mit Regierungschef Nur Hassan Hussein zurückgetreten.

Der als gemässigt geltende junge Geistliche gewann mit grossem Vorsprung die Abstimmung im Parlament. Er erhielt 219 der insgesamt 430 Abgeordnetenstimmen und besiegte im zweiten Wahlgang Maslah Muhammad Siad Barre (60 Stimmen), den Sohn des früheren Machthabers, Siad Barre.

Ahmad grösster Rivale, Regierungschef Nur Hassan, hatte sich bereits nach dem ersten Wahlgang wegen mangelnder Unterstützung zurückgezogen. Er signalisierte dem neuen Staatschef Kooperationsbereitschaft.

Versöhnung angestrebt

Nach seiner Wahl in der nächtlichen Parlamentssitzung kündigte Ahmad an, das Land versöhnen zu wollen. Die sich bekämpfenden Milizen rief er auf, gemeinsam Frieden zu suchen.

Ahmad leitete die Bewegung der islamischen Scharia-Gerichte, die 2006 zumindest etwas Stabilität in die Hauptstadt Mogadischu und den Süden des Landes brachte, bevor sie von äthiopischen Truppen abgesetzt wurde. Erst am vergangenen Sonntag hatten sich die äthiopischen Truppen vollständig aus dem Land zurückgezogen.

Experten geben Ahmad eine Chance, die Somalier wieder zusammenzuführen. In dem Land wird allerdings seit 18 Jahren, seit dem Sturz von Siad Barre, gekämpft. Derzeit gibt es kaum funktionierende staatliche Strukturen. Die Wahl ist Teil eines Friedenplanes der Vereinten Nationen. Militante Islamistengruppen hatten bereits vor der Wahl neue Anschläge angekündigt.

(ht/sda)

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