Israel beendet Gross-Offensive im Gaza-Streifen

publiziert: Samstag, 16. Okt 2004 / 10:21 Uhr

Jerusalem - Nach mehr als zwei Wochen hat Israel seine Offensive im Gaza-Streifen beendet. Während des Vorstosses wurden mehr als 100 Palästinenser getötet. Darunter sind palästinensischen Rettungskräften zufolge mindestens 42 Zivilisten.

Scharons Rückzieher kommt eher überraschend.
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Ziel des grössten Militäreinsatzes im Gaza-Streifen seit Jahren war offiziellen Angaben zufolge, den Raketenbeschuss südisraelischer Städte durch palästinensische Extremisten zu stoppen. Während des Einsatzes wurden zwei Soldaten und eine Zivilistin aus Israel getötet.

Augenzeugen berichteten, alle vorgerückten 200 Panzer und gepanzerten Fahrzeuge der Armee hätten sich aus dem Gebiet im Norden des Gaza-Streifens zurückgezogen, in das sie vor 16 Tagen eingedrungen waren. Die Palästinenser feierten den Rückzug in der Nacht mit Feuerwerk.

Die extreme Palästinenser-Organisation Hamas erklärte den Abzug zu ihrem Sieg. Sie kämpft für die Zerstörung Israels und das Flüchtlingslager Dschabalja in dem eingenommenen Gebiet gehört zu ihren Hochburgen. Unter den laut Rettungskräften 62 getöteten Extremisten gehörten viele dieser Gruppe an.

Bei ihrem Abzug hinterliess die Armee eine Spur der Verwüstung: Die Stadt Beit Hanun sei von der Stromversorgung abgeschnitten, sagten Anwohner.

Viele Oliven- und Zitronenhaine seien zerstört und in dicht bebauten Strassen seien Häuser, Strassen und Wasserleitungen durch die Panzer beschädigt worden. Der Armee zufolge haben die Haine Extremisten als Deckung für den Abschuss ihrer Raketen gedient.

Scharon plant einen einseitigen Rückzug Israels aus dem Gaza-Streifen. Seit er dies angekündigt hat, hat die Gewalt in dem Gebiet zugenommen. Extreme Palästinenser-Gruppen versuchen ihren Einfluss zu sichern, die Armee will sie vor einem Abzug zerschlagen.

(rr/sda)

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