Israel macht gegen Gaza mobil

publiziert: Sonntag, 28. Dez 2008 / 07:41 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 28. Dez 2008 / 14:37 Uhr

New York/Kairo - Erstmals seit dem Libanonkrieg vor fast zweieinhalb Jahren hat Israel die Mobilisierung von Reservesoldaten gebilligt. Damit bereitet es einen möglichen Bodeneinsatz im Gazastreifen vor.

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Israelische Medien berichteten, die Regierung habe entschieden, 6500 Soldaten sollten einberufen werden. Zudem gab die Regierung grünes Licht für einen Hilfstransport in den Gazastreifen.

Auf eine explizite Verurteilung der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen einigten sich die Mitglieder des Sicherheitsrates am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) nicht.

Der amerikanische UNO-Botschafter Zalmay Khalilzad sagte nach der Sitzung in New York: «Wir wollen ein Ende der Gewalt.» Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelisches Gelände den Luftangriffen Israels vorausgegangen seien.

Israel droht mit Bodenoffensive

Inzwischen hat Israel mit einer Bodenoffensive im Gazastreifen gedroht. Der Einsatz von Bodentruppen gegen die Hamas sei möglich, wurde der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak von einem Sprecher seines Ministeriums in Jerusalem zitiert.

Das öffentlich-rechtliche Radio berichtete, israelische Panzereinheiten mit Reservisten hätten in einem an den Gazastreifen grenzenden Gebiet Stellung bezogen. Ein Armeesprecher wollte dies nicht kommentieren.

Akt der «Selbstverteidigung»

Der palästinensische Beobachter bei den Vereinten Nationen, Riad Mansur, erklärte, es gebe «keine Rechtfertigung für das Abschlachten hunderter palästinensischer Zivilisten».

Die israelische UNO-Botschafterin, Gabriela Schalev, hatte zuvor in einem Brief an den derzeitigen Vorsitzenden des UNO-Sicherheitsrats, den kroatischen Botschafter Neven Jurica, geschrieben, die Luftangriffe seien ein Akt der Selbstverteidigung.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist zu Krisengesprächen nach Kairo und Amman gereist. In der ägyptischen Hauptstadt traf er mit Präsident Husni Mubarak zusammen. Kairo hatte schon am Vortag angeboten, zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas zu vermitteln, die den Gazastreifen kontrolliert. Am Samstagabend war Abbas in Amman mit König Abdullah II. zusammengetroffen.

Zur Intifada aufgerufen

Der im Exil lebende Chef der radikalislamischen Hamas, Chaled Maschaal, hatte derweil die Palästinenser zu einer neuen Intifada gegen Israel aufgerufen. «Wir rufen zu einer militärischen Intifada gegen unseren Feind auf», sagte Maschaal in einem Interview mit dem Fernsehsender El Dschasira.

«Der Widerstand wird sich mit Selbstmordaktionen fortsetzen», fügte Maschaal hinzu, der in der syrischen Hauptstadt Damaskus lebt.

(tri/sda)

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