Israels Likud ist für Wehrpflicht für alle

Israels Likud will allgemeine Wehrpflicht auch für Religiöse

publiziert: Sonntag, 8. Jul 2012 / 15:10 Uhr

Jerusalem/Tel Aviv - Die in Israel regierende Likud-Partei will künftig alle Bürger des Staates zum Dienst an der Waffe oder zum Ersatzdienst verpflichten. Die Likud-Fraktion stimmte am Sonntag geschlossen für eine Wehrpflicht auch für streng religiöse Juden sowie Zivildienst für arabische Staatsbürger.

Benjamin Netanjahu: «Wir sind Bürger eines Staates und müsse alle gemeinsam die Last des Dienstes für den Staat tragen.»
Benjamin Netanjahu: «Wir sind Bürger eines Staates und müsse alle gemeinsam die Last des Dienstes für den Staat tragen.»
2 Meldungen im Zusammenhang
«Wir sind Bürger eines Staates und müsse alle gemeinsam die Last des Dienstes für den Staat tragen», sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Er sprach von einem «historischen Schritt».

Zudem einigten sich am Sonntag Netanjahu und sein wichtigster Koalitionspartner, der Kadima-Vorsitzende Schaul Mofas, auf die Einrichtung eines gemeinsamen Komitees, das nun einen Gesetzentwurf über einen allgemeinen Wehr- oder Ersatzdienst ausarbeiten soll.

Mofas hatte mit einem Ausscheiden aus der Regierung gedroht, sollten Empfehlungen für eine Aufnahme streng religiöser Männer in die Armee nicht umgesetzt werden. Netanjahu, der das zunächst ablehnte, machte daraufhin eine Kehrtwende.

Hohe Geburtenrate

Die bisherige Regelung der Freistellung Ultraorthodoxer stammt aus der Zeit der Staatsgründung 1948. Damals gab es jedoch nur 400 solcher Fälle pro Jahr.

Die Geburtenrate in ultraorthodoxen Familien liegt jedoch wesentlich höher als in westlich geprägten, weniger religiösen Bevölkerungsgruppen. Die israelische Zeitung «Jediot Achronot» berichtete, im vergangenen Jahr seien bereits etwa 71'000 streng religiöse Juden vom Armeedienst befreit worden.

Im Februar dieses Jahres erklärte der Oberste Gerichtshof die bisherige Regelung für verfassungswidrig. Es gab der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Frist bis zum 1. August, um das Gesetz zu überarbeiten.

In der Nacht auf Sonntag hatten in Tel Aviv Tausende Menschen unter dem Motto «Wir wollen nicht die Dummen sein» für eine gerechtere Verteilung der Wehrpflicht demonstriert. Auf Transparenten waren Forderungen wie «Gleicher Wehrdienst für alle» oder «Ein Volk, eine Wehrpflicht» zu lesen.

(asu/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Jerusalem - Nur zwei Monate nach der Bildung einer grossen Koalition in Israel ... mehr lesen
Der Kadima-Vorsitzende Schaul Mofas gab heute das Ausscheiden aus der Regierung bekannt.
Die meisten Israelis gehen im Alter von 18 Jahren für die Dauer von zwei bis drei Jahren zu den Streitkräften.
Jerusalem - Aus Protest gegen Ausnahmeregelungen beim Wehrdienst für ultraorthodoxe Juden sind in Tel Aviv Tausende Israelis auf die Strasse gegangen. Nach Polizeiangaben beteiligten ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung Frieden.
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung ...
Positive Elemente für Friedensinitiative  Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu neuen Verhandlungen über einen Friedensplan arabischer Staaten bereit erklärt. Netanjahu sagte am Montagabend in Jerusalem, die Friedensinitiative von 2002 enthalte positive Elemente. mehr lesen 
Israel  Jerusalem - Der rechts-nationalistische Politiker Avigdor Lieberman ist im Parlament als Israels neuer Verteidigungsminister vereidigt worden. 55 von 120 Abgeordneten ... mehr lesen
Avigdor Lieberman.
Andreas Kyriacou Die Klage des türkischen Möchtegern-Alleinherrschers Recep Erdogan gegen den Deutschen Satiriker Jan Böhmermann führte zur Einsicht, dass es für moderne Staaten an der Zeit ist, ihre Strafgesetzbücher zu entschlacken... mehr lesen   2
Avigdor Lieberman ist ehemaliger Aussenminister.
Lieberman wird Verteidigungsminister  Tel Aviv - Die ultrarechte Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) hat sich der rechts-religiösen Regierung ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 4°C 9°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen bedeckt
Basel 6°C 11°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt bedeckt
St. Gallen 3°C 8°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen bedeckt
Bern 3°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt bedeckt
Luzern 3°C 9°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen bedeckt
Genf 6°C 11°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bedeckt
Lugano 5°C 5°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten