Ist Heiratsstrafe ungerecht?

publiziert: Dienstag, 27. Dez 2005 / 18:53 Uhr

Bern - Die Vorschläge des Bundesrats zur Milderung der so genannten Heiratsstrafe bei der Bundessteuer finden in der Vernehmlassung keine Gnade.

Wenn in einer Ehe beide Partner arbeiten, zahlen sie mehr Steuern als ein Konkubinatspaar.
Wenn in einer Ehe beide Partner arbeiten, zahlen sie mehr Steuern als ein Konkubinatspaar.
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Sie brächten andere Ungerechtigkeiten, kritisieren die Parteien.

Wenn beide Ehepartner arbeiten, bezahlen sie mit der heutigen Gesetzgebung mehr Steuern als ein Konkubinatspaar: Die beiden Einkommen des Konkubinatspaar werden einzeln besteuert, die des Ehepaares hingegen zusammen. Wegen der Progression ergibt dies für ein Ehepaar eine höhere steuerliche Belastung.

Zweitverdienerabzug erhöhen

Der Bundesrat schlägt nun vor, bei Ehepaaren den so genannten Zweitverdienerabzug von heute 7600 Franken auf maximal 55 000 Franken zu erhöhen.

Die Steuerausfälle, die dem Bund auf diese Weise anfallen, sollen mit Sparmassnahmen in der Verwaltung, aber auch mit einer Steuererhöhung für Nicht-Verheiratete aufgefangen werden.

Hier setzt in der Vernehmlassung die Kritik der Parteien an. SP, SVP, CVP, FDP, und Grüne beanstanden unisono, es wäre wiederum nicht gerecht, Ledige stärker zur Kasse zu bitten.

Nur erwerbstätigt Ehepartner

Auch kritisieren die Parteien, dass der Zweitverdienerabzug ausschliesslich für erwerbstätige Ehepartner erhöht werden soll, nicht aber für Rentner. CVP und FDP weisen zudem darauf hin, dass auch Paare, die ein Zweitauskommen aus Vermögen erzielen, nicht profitieren könnten.

Weiter sei ungerecht, dass mit der Vorlage Einverdienerfamilien bei gleichem Einkommen wie eine Zweiverdienerfamilie wesentlich höhere Steuern bezahlen müssten, kritisieren die vier Parteien. Denn Einverdienerfamilien können überhaupt keinen Zweitverdienerabzug geltend machen.

(bsk/sda)

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