Jahrestag der Festnahme von Hussein

publiziert: Montag, 13. Dez 2004 / 22:04 Uhr

Bagdad - Ein Selbstmordanschlag in Bagdad und neue Kämpfe in Falludscha haben den ersten Jahrestag der Festnahme von Saddam Hussein im Irak geprägt.

Vor einem Jahr gingen die Bilder von Husseins Festnahme um die Welt.
Vor einem Jahr gingen die Bilder von Husseins Festnahme um die Welt.
Die Auflösung der irakischen Armee nach dem Krieg sei ein grosser Fehler gewesen und habe ein Sicherheitsvakuum geschaffen, das nur schwer zu füllen sei, erklärte Übergangspräsident Ghais el Jawar in einem BBC-Interview. Er warnte vor einer neuen Diktatur.

Den Nachbarländern Iran und Syrien warf der Übergangspräsident vor, sie duldeten das Eindringen von Aufständischen in den Irak oder unterstützten dies sogar. Dadurch gefährdeten sie die für Ende Januar angesetzten Wahlen. Er sprach sich jedoch trotz anhaltender Gewalt dafür aus, am Wahltermin festzuhalten.

Ferner äusserte er sich zum Abzug der ausländischen Truppen. Die USA und Grossbritannien könnten binnen eines Jahres damit beginnen, sagte Al-Jawar.

Der Jahrestag der Ergreifung von Saddam Hussein war jedoch von neuer Gewalt geprägt. An einer Einfahrt des festungsartig gesicherten Regierungsviertels in Bagdad sprengte sich ein Attentäter in seinem Auto in die Luft.

Dabei starben nach Spitalangaben mindestens sieben Menschen, 19 wurden verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die Gruppe des El Kaida-Verbündeten Abu Mussad el Sarkawi.

Bei einem weiteren Anschlag in Bagdad wurden laut US-Militärangaben drei US-Soldaten und ein Zivilist verletzt. Eine Autobombe sei explodiert, als eine Patrouille vorbeigefahren sei.

In der sunnitischen Stadt Falludscha flog die US-Luftwaffe nach Tagen der Ruhe wieder Angriffe. Die US-Armee berichtete von schweren Kämpfen gegen Aufständische mit Toten auf beiden Seiten.

Genau vor einem Jahr, am 13. Dezember 2003, hatten US-Truppen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein in einem Erdversteck bei Tikrit aufgespürt und festgenommen. Der heute 67-Jährige befindet sich an einem geheim gehaltenen Ort in US-Haft und wartet auf seinen Prozess. Ihm droht die Todesstrafe.

(rr/sda)

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