Olympia Langlauf Männer Verfolgungsstart
Johann Mühlegg eine Klasse für sich - zweifacher Olympiasieger
publiziert: Donnerstag, 14. Feb 2002 / 21:17 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Feb 2002 / 22:42 Uhr

Salt Lake City - Nach seinem Erfolg über 30 km hat Johann Mühlegg auch im Verfolgungsstartrennen Gold gewonnen. Der für Spanien startende Deutsche siegte überlegen, nachdem er sich im ersten Wettkampfteil über 10 km in klassischer Technik ein beruhigendes Polster geschaffen hatte. Die beiden Norweger Frode Estil und Thomas Alsgaard teilen sich den 2. Platz.

Johann Muehlegg feiert mit der spanischen Landesfahne seine zweite Goldmedaille.
Johann Muehlegg feiert mit der spanischen Landesfahne seine zweite Goldmedaille.
Nach dem 9. Rang Reto Burgermeisters am Dienstag über 15 km in klassischer Technik hat bei den Schweizern wieder der Alltag Einzug gehalten. Sowohl Patrik Mächler (41.) und Reto Burgermeister (42.) lagen nach dem Morgen-Rennen zu weit zurück, als dass sie noch Aspiration auf eine gute Schlussklassierung hätten hegen können.

«Dass ich klassisch nicht so gut bin, weiss ich. Trotzdem wollte ich es probieren», meinte Mächler. «Innert 48 Stunden hatte ich meinen Einsatz über 15 km noch nicht verdaut, weder am Vortag noch heute noch zwischen den beiden Rennen», fügte Reto Burgermeister an.

Ein grosser Motor

Selbst Johann Mühlegg hatte damit gerechnet, dass er im Diagonalstil ein wenig Zeit verlieren würde und danach effektiv zu einer Verfolgungsjagd starten müsste. Die Wirklichkeit sah anders aus. Schon zur Pause führte der für Spanien startende Deutsche mit 13 Sekunden Vorsprung. Diese Reserve schien ihm im Skating zu wenig, weshalb er in hohem Tempo startete und innert den ersten 1700 m seine Marge auf die sich schon geschlagen gebenden Gegner auf 40 Sekunden ausbaute.

Bei der Passage im Skistadion nach der halben Distanz war sich Mühlegg bereits sicher, dass sein 1. Rang nicht mehr bedroht sein würde. «Ich habe ein grosses Rennen bestritten und über schnelle Ski verfügt. Über fünf Monate lang hatte ich auf den Gletschern hart trainiert, um in Soldier Hollow an die Höhe gewöhnt zu sein. Diesen Aufwand, den ich betrieben habe, ist von niemandem zur Kenntnis genommen worden», meinte der zweifache Goldmedaillengewinner. Dass er über einen grossen Motor verfügt, hielt Mühlegg auch noch fest. Dies ist offensichtlich nötig, denn nicht viele andere Athleten würden sein Trainingspensum durchstehen.

Gegenüber den meisten Gegnern wies Mühlegg den Vorteil einer längeren Erholungpause auf, weil er am Dienstag über 15 km nicht gestartet war. Auch vor seinem dritten Olympia-Einsatz gönnt sich «Juanito» eine längere Pause. Er startet erst wieder am übernächsten Samstag über 50 km.

Zu den ersten telefonischen Gratulanten zählten Spaniens König Juan Carlos sowie Ministerpräsident José Maria Aznar. Mühlegg betonte, dass er sich Spanien mehr verbunden fühle als Deutschland, wo er herkommt. Seine beiden Erfolge machen ihn zum erfolgreichsten «Spanier». Bisher gab es einen Ruderer, der bei den gleichen Olympischen Spielen Silber und Bronze gewonnen hatte.

Eine Tausendstelsekunde

Ein Novum schufen die beiden Norweger Thomas Alsgaard und Frode Estil. Ihr Sprint um den 2. Platz fiel dermassen knapp aus, dass nicht einmal der Zielfilm einen Unterschied zu erkennen vermochte. Die beiden hätten innerhalb einer Tausendstelsekunde den Zielstrich überquert, liessen die Offiziellen verlauten, womit beiden die Silbermedaille zugesprochen wurde. Dies gab es bisher im Langlauf bei Olympischen Winterspielen noch nie.

Der zuvor knappste Abstand war 1980 in Lake Placid resgistriert worden, als über 15 km Thomas Wassberg (Sd) den Finnen Juha Mieto um eine Hundertstelsekunde geschlagen hatte. Bei Weltmeisterschaften hatte es 1982 in Oslo in der Männer-Staffel gleich zwei ex-aequo-Klassierungen gegeben. Norwegen und die Sowjetunion teilten sich den Sieg, Finnland und die DDR die Bronzemedaille. Vor 20 Jahren war am Holmenkollen noch keine Zielfilmanlage installiert.

(kil/sda)

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