Juden-Staat: Herzl veränderte die Welt

publiziert: Freitag, 2. Jul 2004 / 13:36 Uhr / aktualisiert: Freitag, 2. Jul 2004 / 13:54 Uhr

Wien - Theodor Herzls Ideen vom Staat für die Juden veränderten die Welt. Vor 100 Jahren, am 3. Juli 1904, starb er im Alter von nur 44 Jahren. "In Basel habe ich den Judenstaat gegründet", schrieb er nach dem 1. Zionistischen Kongress 1897."In 50 Jahren wird es jeder einsehen."

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Weiterführende Links zur Meldung:

Biographie von Theodor Herzl
Daten, Zahlen und Fakten.
www.dhm.de/lemo/html/biografien/HerzlTheodor/

The Jewish State.
Online Version von Herzls Buch "The Jewish State" (Der Judenstaat).
www.geocities.com/Vienna/6640/zion/judenstaadt.html

Herzl konnte nicht wissen, dass seine Vorahnung mit dem UNO-Entscheid zur Teilung Palästinas genau 50 Jahre später Wirklichkeit werden würde. Er selbst erlebte das nicht mehr.

Dabei war der Jurist alles andere als ein "geborener" Zionist. Er wird am 2. Mai 1860 in Budapest in eine vollständig assimilierte jüdische Familie geboren, in der Religion und jüdische Tradition kaum eine Rolle spielen.

Jurist und Journalist

Als Herzl 18 ist, übersiedelt die Familie nach Wien. Er studiert Jura und promoviert 1884. Herzl wird Journalist und freier Mitarbeiter bei der "Neuen Freien Presse". Von 1891 bis 1895 arbeitete er als Korrespondent in Paris.

1894 hat er dort sein Schlüssel-Erlebnis: den Aufsehen erregenden Prozess gegen den jüdischen Hauptmann Alfred Dreyfus und dessen öffentliche Degradierung. Nach der Verurteilung und Verbannung des Offiziers festigt sich in Herzl der Wunsch nach einem jüdischen Staat, der aber nicht in Palästina liegen muss.

Zwei Jahre nach der Affäre Dreyfus veröffentlicht Herzl 1896 die Schrift "Der Judenstaat - Moderner Versuch einer Lösung der Judenfrage". Darin reisst er die Möglichkeiten der Staatsgründung für die weltweit verfolgten und heimatlosen Juden an. Typisch für Herzls Geisteshaltung: Der Judenstaat muss nicht in Palästina liegen, auch Länder wie Uganda oder Argentinien kommen für ihn in Frage.

Herzls "utopischer" Wunsch ist ein vom europäischen, emanzipierten Judentum geprägten Staat, in dem Deutsch die Amtssprache werden und in dem es möglich sein sollte, andersgläubige Menschen aufzunehmen und zu tolerieren. Er hält es für realistisch, dass Araber und Juden zusammen leben könnten.

Nationalversammlung in Basel

Herzl reist nach der Veröffentlichung des "Judenstaats" vergeblich durch Europa, um Geldgeber für das Projekt aufzutreiben. Angesichts des Misserfolgs entschliesst er sich, eine jüdische Nationalversammlung einzuberufen.

Sie findet vom 29. bis 31. August 1897 in Basel statt. Dort nennt es Herzl an der Zeit für die Juden, ihr Ziel selbst in die Hand zu nehmen, um wirklich frei zu sein.

Die geladenen Herren in Frack und Zylinder beschliessen daraufhin unter anderem die Schaffung "einer öffentlich und gesetzlich gesicherten Heimat für das jüdische Volk in Palästina". Eine jüdische Bank wird organisiert und ein jüdischer Fonds zum Kauf von Land.

Doch nicht alle Juden können sich mit der Idee anfreunden. Der Schriftsteller Karl Kraus polemisiert heftigst gegen die Zionisten, die auch von der jüdischen Orthodoxie angefeindet wurden. Nach deren Lesart ist der Messias der Einzige, der die Juden nach Jerusalem zurückführen darf.

Unter dem Eindruck des Ersten und Zweiten Weltkriegs und des Holocausts wurde Herzls Vision dann doch Wirklichkeit. Seine Tochter und der Schwiegersohn, die dem Ruf Palästinas nicht folgen mochten, wurden zuvor in Theresienstadt von den Nazis ermordet.

(bsk/news.ch mit Agenturen)

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