Kachelmann kämpft gegen Richter-Beschluss

publiziert: Montag, 11. Okt 2010 / 13:39 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Okt 2010 / 14:46 Uhr
Kachelmann will den Ausschluss seines Gutachters nicht hinnehmen.
Kachelmann will den Ausschluss seines Gutachters nicht hinnehmen.

Mannheim - Im Vergewaltigungsprozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann wollen die Anwälte erreichen, dass ein wegen Befangenheit abgelehnter Gutachter der Verteidigung wieder zugelassen wird.

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Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock warf der Kammer am Montag unter anderem vor, sie habe dem Gutachter zu Unrecht fehlerhafte Einschätzungen zugeschrieben. Die Fehler stammten in Wahrheit von einem anderen Sachverständigen. Zudem habe sie in ihrem Beschluss Zusammenhänge falsch dargestellt.

Die Kammer solle ihren Entscheid deshalb überdenken - «mit dem Ziel der Aufhebung», forderte er. Der Vorsitzende Richter Michael Seidling sagte, das Gericht werde voraussichtlich am Mittwoch (13. Oktober) über den Antrag entscheiden. An dem Tag soll auch das mutmassliche Opfer aussagen, das mit Spannung vor Gericht erwartet wird. Die Öffentlichkeit wurde wegen der Befragung zum Intimleben erneut ausgeschlossen.

Verletzungen selbst zugefügt

Der von der Verteidigung bestellte Rechtsmediziner Bernd Brinkmann hatte noch vor Verfahrensbeginn in einer Expertise geschrieben, dass sich die 37-Jährige ihre Verletzungen selbst zugefügt haben könnte, um eine Vergewaltigung vorzutäuschen. Als Belege führte er Fotos von Blutergüssen an, die auf dem Computer der Frau entdeckt worden waren. Am vergangenen Mittwoch hatte das Gericht Brinkmann als Gutachter abgelehnt.

Es bestünden Zweifel an seiner Unparteilichkeit, hatte Seidling erklärt. Er habe sexuelle Praktiken und andere Ursachen für die Verletzungen ausgeschlossen und sich auf die These der Selbstverletzung beschränkt.

Birkenstock sagte dazu: «Der Sachverständige Brinkmann gelangt aber in seiner Stellungnahme nicht zu dem Ergebnis einer von der Klägerin langfristig geplanten Falschbelastung des Angeklagten.» Die Kammer solle sich noch einmal «gründlich und unbefangen» mit der Stellungnahme des Gutachters befassen.

«Brinkmann ist nicht Irgendeiner»

«Sie wird dann zu dem Ergebnis kommen, dass eine Erwartung der Befangenheit nicht berechtigt ist.» Er betonte seine Ansicht, dass der Rechtsmediziner zu den Grössen seines Fachs gehört. «Brinkmann ist nicht Irgendeiner», sagte Birkenstock.

Kachelmann wird vorgeworfen, seine langjährige Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Wetterexperte und Fernsehmoderator bestreitet das.

(ade/sda)

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