Kadyrow-Sohn zum Vize-Regierungschef in Tschetschenien ernannt

publiziert: Montag, 10. Mai 2004 / 14:18 Uhr

Moskau - Der Sohn des bei einem Anschlag getöteten tschetschenischen Präsidenten Achmad Kadyrow ist zum stellvertretenden Ministerpräsidenten der Kaukasusrepublik ernannt worden.

Wladimir Putin empfing gestern Achmad Kadyrow und ernannte ihn zum stellvertretenden Ministerpräsidenten.
Wladimir Putin empfing gestern Achmad Kadyrow und ernannte ihn zum stellvertretenden Ministerpräsidenten.
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Ramsan Kadyrow sei vom Übergangs-Präsidenten Sergej Abramow berufen worden, meldete die russische Nachrichtenagentur RIA-Nowosti. Ramsan Kadyrow gilt als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten in Tschetschenien.

Er war Anführer der Sicherheitstruppe seines Vaters, die in der Vergangenheit immer mehr Kontrolle über die Republik gewann. Der Präsidentengarde werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Der Präsidentensohn war am Sonntag von Russlands Staatschef Wladimir Putin im Kreml empfangen worden.

6 Tote, 40 Verletzte

Der Moskau treue tschetschenische Präsident Kadyrow war am Sonntag bei einem Bombenanschlag im Stadion von Grosny ums Leben gekommen. Bei dem Attentat kamen neben Kadyrow nach Angaben des Generalstabs sechs weitere Menschen ums Leben, mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Moskau machte tschetschenische Rebellen für die Tat verantwortlich.

Die russische Justiz vermutet Verrat bei dem tödlichen Bombenanschlag. Vorrangig werde unter den Leuten ermittelt, die für die Sicherheit in dem Fussballstadion zuständig gewesen seien, sagte der russische Vizegeneralstaatsanwalt Sergej Fridinski.

Leibwache des Sohnes für Sicherheit zuständig

Für Kadyrows Sicherheit in Tschetschenien war eine mehrere tausend zählende Leibwache unter dem Kommando seines Sohnes Ramsan zuständig. In die umstrittene Truppe waren in den vergangenen Monaten auch frühere Rebellen aufgenommen worden.

Der am Sonntag getötete Kadyrow wurde unterdessen in seinem Wohnort Zentoroi im Südosten Tschetscheniens beerdigt. Nach Medienberichten kamen tausende Menschen zu der Trauerfeier zusammen.

(fest/sda)

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