Laut Augenzeugen

Kampfflugzeuge fliegen über Türkei nach Syrien

publiziert: Mittwoch, 24. Sep 2014 / 07:24 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 24. Sep 2014 / 18:44 Uhr
Angriff aus der Luft. (Symbolbild)
Angriff aus der Luft. (Symbolbild)

Washington - Ausländische Kampfflugzeuge sind laut Augenzeugen von der Türkei aus nach Syrien geflogen und haben dort IS-Stellungen bombardiert. Die Türkei dementierte die Berichte über die Nutzung ihres Luftraums - denn Ankara befürchtet Terroranschläge aus Rache.

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Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Mittwoch unter Berufung auf Aktivisten, die Maschinen hätten Ziele in der Nähe der vor allem von Kurden bewohnten Stadt Ain al-Arab (kurdisch: Kobane) angegriffen.

Laut der Organisation bombardierten die Flugzeuge Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) etwa 30 Kilometer südlich von Ain al-Arab. Zu den Zielen gehörten Versorgungsrouten. Augenzeugen hätten berichtet, die Jets gehörten nicht zur syrischen Luftwaffe - die Flugzeuge seien aus der Türkei gekommen.

Militärisches Vorgehen heikel

Die staatsnahe türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete unter Berufung auf Regierungsquellen, die Kampfflugzeuge seien nicht über die Türkei geflogen. Auch die Luftwaffenbasis Incirlik sei nicht für die Angriffsflüge genutzt worden. Für die Türkei ist ein militärisches Vorgehen gegen die Dschihadisten heikel, auch aus Angst vor Anschlägen im eigenen Land.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan schloss jedoch eine militärische Unterstützung seines Landes im Kampf gegen die Terrormiliz nicht mehr grundsätzlich aus. Vor Reportern sagte er, die mögliche Unterstützung der internationalen Allianz gegen die Extremisten "beinhaltet alle Arten, militärisch, politisch, alles". Er werde mit seiner Regierung bald darüber beraten.

IS-Kämpfer nach Ain al-Arab geschickt

Die IS-Extremisten versuchen seit Tagen, Ain al-Arab einzunehmen. In der vergangenen Woche hatte die Terrormiliz Dutzende Dörfer rund um die Stadt erobert. Die Orte liegen an der Grenze zur Türkei in einer Enklave, die bisher unter Kontrolle kurdischer Einheiten standen.

Vertreter der Kurden im Kampfgebiet um Ain al-Arab warnten vor einer erdrückenden Übermacht der IS-Milizen. "Die Zahl ihrer Kämpfer ist gewachsen, die Zahl ihrer Panzer ist gewachsen seitdem Rakka bombardiert wurde", sagte der stellvertretende Kommandant der kurdischen Kräfte, Ocalan Iso, in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters. Am Dienstag hatte die US-geführte Koalition unter anderem IS-Stützpunkte in Rakka angegriffen, der inoffiziellen Hauptstadt des IS.

Weitere Angriffe im Irak

Auch in anderen Gegenden Syriens bombardierten Kampfjets nach Oppositionsangaben IS-Milizen. Mindestens 13 Angriffe sind demnach auf die Umgebung der Grenzstadt zum Irak Albu Kamal geflogen worden. Bereits am Dienstag seien 22 Angriffe erfolgt.

Die US-Luftwaffe flog zudem weitere Angriffe gegen die Dschihadisten im Irak. Mehrere Fahrzeuge des IS seien dabei zerstört worden, teilte das US-Militärkommando Centcom mit. Ebenfalls zerstört wurden Stellungen der Kämpfer sowie ein Waffenlager. Zwei der Angriffe erfolgten Centcom zufolge westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad, zwei südöstlich von Erbil im Nordirak.

Der IS beherrscht in Syrien bereits rund ein Drittel der Fläche des Landes. Auch im Nachbarland Irak kontrollieren die Extremisten riesige Gebiete.

Die USA hatten ihre Luftangriffe Anfang der Woche vom Irak auf Syrien ausgeweitet. Dabei werden sie von fünf arabischen Verbündeten unterstützt. Eine internationale Allianz will die Terrormiliz in Syrien und im Irak zerstören.

(awe/sda)

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Ägypten hat genug im eigenen Haus zu tun und Jordanien ist mit der Grenzsicherung ausgelastet.
Bleibt Saudi Arabien und die Golfstaaten. Eine direkte Kriegsbeteiligung widerspräche jedoch der dort gepflegten Haltung. Zumal deren Rolle bezüglich IS von einer Uneindeutigkeit geleitet ist.
Im Hintergrund agiert Iran, der wie seine sunnitischen Gegenspieler gerne den USA und Europa den Job, aus sicherer Entfernung und zum Schaden des jeweils anderen, zur Erledigung überlassen möchte.
Teheran kann, wie auch Riad und Doha, zufrieden sein mit dem bisherigen Konfliktverlauf. Man hat Obama und die ihm angeschlossenen Europäer genau da, wo man sie haben wollte. Und das wird noch weitergehen.
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