Karadzic besteht auf Geheimabmachung

publiziert: Donnerstag, 18. Sep 2008 / 00:24 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 18. Sep 2008 / 00:43 Uhr

Den Haag - Der wegen Völkermordes angeklagte ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic besteht weiter darauf, dass die USA und die UNO ihm insgeheim Straffreiheit versprochen hätten.

Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic.
Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic.
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Deshalb dürfe ihm jetzt nicht der Prozess gemacht werden, erklärte der 63-Jährige bei einer Anhörung vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Das Gericht wies dies zurück.

Die Staatsanwaltschaft kündigte unterdessen an, die bereits vor Wochen angekündigte aktualisierte Anklageschrift gegen Karadzic bis Montag kommender Woche vorzulegen.

Karadzic sagte, ihm und seiner Familie sei dadurch «Leid zugefügt» worden, dass er sich trotz einer Zusicherung für seine Immunität schliesslich verstecken musste und nun sogar vor Gericht stehe.

Kein Einfluss auf unabhängiges Gericht

1996 sei ihm als Gegenleistung für seinen Rückzug durch den US-Unterhändler im Bosnien-Krieg, Richard Holbrooke, Straffreiheit zugesichert worden. Holbrooke habe zugleich im Namen und in Abstimmung mit den fünf ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrates - USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich - gehandelt.

«Selbst wenn das alles wahr wäre», erklärte Richter Iain Bonomy, «dann hätte es keinerlei Einfluss auf das Vorgehen eines unabhängigen Gerichtes».

Holbrooke hatte zuvor bereits mehrfach eine Immunitäts-Zusicherung an Karadzic dementiert. Karadzic war im Juni nach mehr als zehn Jahren auf der Flucht in Serbien gefasst und nach Den Haag ausgeliefert worden.

(bert/sda)

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