Karikaturen-Proteste reissen nicht ab
publiziert: Donnerstag, 16. Feb 2006 / 13:00 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 16. Feb 2006 / 13:17 Uhr

Teheran - Die Proteste gegen die in der islamischen Welt als beleidigend empfundenen Mohammed-Karikaturen reissen nicht ab.

Die Proteste blieben diesmal friedlich. (Archivbild)
Die Proteste blieben diesmal friedlich. (Archivbild)
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In der pakistanischen Hafenstadt Karachi gingen nach Angaben von Augenzeugen etwa 50 000 Muslime auf die Strasse. Demnach blieben die Proteste friedlich. Pakistanische Medien berichteten, zu Demonstrationen sei es auch in den ostpakistanischen Städten Jhang und Multan gekommen.

In Jhang hätten Randalierer Geschäfte und ein Kino angezündet, in Multan sei es dagegen friedlich geblieben. Am Dienstag und Mittwoch waren bei Ausschreitungen in Pakistan fünf Menschen ums Leben gekommen.

Demos auch in anderen muslimischen Ländern

Auch in anderen muslimischen Ländern wurde gegen die Karikaturen protestiert. Im Jemen wurde die Zahl der Demonstranten auf 60 000 geschätzt. Im Süden der Philippinen beteiligten sich rund 3000 Muslime an anti-westlichen Protesten.

In der iranischen Hauptstadt Teheran zogen etwa 50 Mitglieder einer reformorientierten Studentenbewegung vor die deutsche Botschaft, die von starken Sicherheitskräften gesichert war. Die Studenten zeigten Plakate mit Aufschriften wie «Merkel = Hitler» und «Keine Beleidigung dessen, was uns heilig ist».

Tote vor zwei Tagen

Während die Demonstration am Donnerstag friedlich verlief, hatte es vor zwei Tagen bei ähnlichen Protesten heftige Zusammenstösse von Polizei und Islamisten gegeben.

Im Streit um die Karikaturen will die österreichische EU- Ratspräsidentschaft vermitteln. Auf Einladung von Aussenministerin Ursula Plassnik sollte es am Donnerstag in Wien ein Treffen ihres dänischen Amtskollegen Per Stig Mller mit den Grossmuftis von Syrien und Bosnien-Herzegowina geben.

(fest/sda)

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