Karsai bestätigt Gespräche mit Taliban

publiziert: Montag, 11. Okt 2010 / 08:33 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Okt 2010 / 08:54 Uhr
Die Gespräche liefen bereits «seit einiger Zeit», sagte Karsai.
Die Gespräche liefen bereits «seit einiger Zeit», sagte Karsai.

Washington - Afghanistans Staatschef Hamid Karsai hat in einem Fernsehinterview bestätigt, dass seine Regierung geheime Gespräche mit den radikal-islamischen Taliban führt. Auszüge des Interviews mit dem US-Talkmaster Larry King auf CNN wurden vorab veröffentlicht.

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«Wir haben mit den Taliban von Landsmann zu Landsmann geredet», antwortete Karsai, als er von King auf einen Bericht der «Washington Post» über hochrangige Gespräche zwischen Regierung und Taliban angesprochen wurde. Die Gespräche liefen bereits «seit einiger Zeit», sagte Karsai. Das Interview sollte am Montag ausgestrahlt werden.

Die «Washington Post» hatte am Dienstag berichtet, an den geheimen Friedensgesprächen seien offenbar erstmals auch Vertreter der Quetta-Schura, der Talibanbewegung von Mullah Mohammed Omar, beteiligt.

Rat soll Gespräche führen

Am Donnerstag nahm der afghanische Friedensrat unter Führung von Ex-Staatspräsident Burnhanuddin Rabbani (1992-96) seine Arbeit auf. Der Rat soll in Karsais Auftrag die Gespräche führen. «Jetzt, wo der Friedensrat ins Leben gerufen wurde, werden diese Gespräche weiter gehen und sie werden offiziell weiter gehen und ich hoffe entschiedener», sagte Karsai im Interview.

Karsai verfolgt unterstützt von der internationalen Gemeinschaft einen Versöhnungsplan. Das Programm richtet sich an sogenannt moderate Taliban. Bedingung für eine Wiedereingliederung ist, dass diese keine Verbindung zu Terrororganisationen wie Al-Kaida haben und die afghanische Verfassung akzeptieren.

Mit Hardlinern verhandeln

Allerdings will Karsai im Gegensatz zum Westen auch mit den Hardlinern verhandeln. Er forderte Mullah Omar wiederholt zu Verhandlungen auf. Die Taliban machten jedoch immer den Abzug der NATO-geführten Truppen zur Vorbedingung.

Taliban-Chef Mullah Omar soll sich in Pakistan versteckt halten. Nach seinem Sturz 2001 durch die US-geführten Truppen hatte er in der pakistanischen Stadt Quetta die Quetta-Schura (Ratsversammlung) gegründet. Er lehnte bislang Verhandlungen mit Karsai ab, den er als Marionette der USA sieht.

Zudem gilt Al-Kaida-Chef Osama bin Laden als enger Freund Mullah Omars. Die Taliban hatten während ihrer Herrschaft (1996-2001) der sunnitischen Extremistenorganisation Bin Ladens in Afghanistan Unterschlupf gewährt.

(ade/sda)

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