Katzen schützen vor Neurodermitis

publiziert: Montag, 6. Dez 2010 / 20:55 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Dez 2010 / 21:15 Uhr
Genaue Zusammenhänge können noch nicht erklärt werden, da es sich um eine Beobachtungsstudie handelte.
Genaue Zusammenhänge können noch nicht erklärt werden, da es sich um eine Beobachtungsstudie handelte.

Zürich - Schwangere Frauen, die in der Umgebung von Katzen oder Nutztieren leben, schützen ihre Kinder damit vor Neurodermitis.

2 Meldungen im Zusammenhang
Das berichten Forscher der Universität Zürich mit Kollegen im «Journal of Allergy & Clinical Immunology» . «Da es eine Beobachtungsstudie war, können die genauen Zusammenhänge für den Schutz nicht geklärt werden. Wir fanden jedoch mehrere Umweltfaktoren, die eine präventive Wirkung haben», erklärt die Studienleiterin Caroline Roduit Interview.

Katzen-Warnung infrage gestellt

Die Forschergruppe untersuchte dazu 1063 Kinder aus ländlichen Regionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Finnland, wobei jedes zweite aus einer Bauernfamilie stammte. Diejenigen Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft in der Nähe von Nutztiere oder Katzen gelebt hatten, zeigten ein geringeres Risiko für die Krankheit in den ersten beiden Lebensjahren. «Vorteile ergaben sich auch bei Müttern, die rohe Kuhmilch tranken», berichtet Roduit.

Dass ausgerechnet Katzen vor Neurodermitis schützen, überrascht. Bisher rät man Schwangeren stets, Katzenhaare zu meiden um eine Allergie des Kindes vorzubeugen. «Ohne den Wirkmechanismus zu kennen, können wir noch keine Empfehlung aussprechen. Ungünstige Auswirkungen für die Entstehung von Neurodermitis hat eine Katze jedoch nicht. Katzenbesitzerinnen müssen sich deshalb während der Schwangerschaft nicht von ihrem Haustier trennen», so die Studienleiterin.

Bauernhof hält gesund

Schon bisher war bekannt, dass Bauernhofkinder selten von Allergien geplagt werden. Verschiedene Faktoren sind dafür bisher in Diskussion, unter anderem auch ein erst kürzlich entdecktes pflanzliches Zuckermolekül im Heu, das das Allergierisiko senkt. Den gleichen Schutz geniessen auch Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft auf einem Bauernhof lebten. Die Auswirkung speziell bei Neurodermitis kannte man jedoch bislang noch nicht.

Neurodermitis - atopisches Ekzem genannt - ist eine allergische Krankheit der Haut, von der in Industrieländern jedes fünfte Kind betroffen ist. Ausgelöst wird sie teils durch genetische Vorbelastung, jedoch auch durch Umwelteinflüsse. So können etwa ständiger Kontakt mit Mehl, Desinfektions- oder Reinigungsmitteln zu einer Ausprägung führen, auch übertriebene Hygiene wird immer wieder ins Spiel geführt. «Wir konnten nun allerdings auch zwei Gene identifizieren, bei deren Vorhandensein Kinder kaum an Allergien erkranken», so Roduit.

(fest/pte)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Columbus - Familien könnten sich besser vor risikoreichen Krankheiten, die von ... mehr lesen
Ein ausgewachsener Hund ist für Kinder besser.
Langeweile und natürliches Jagdbedürfnis: Katze beim Streunen.
Urbana-Champaign/Berlin - ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Papierbatterie besteht aus zwei in Reihe geschalteten elektrochemischen Zellen an den beiden Enden des Papierstreifens, die durch eine Wasserbarriere (zwischen den Buchstaben «m» und «p») getrennt sind.
Die Papierbatterie besteht aus zwei in Reihe geschalteten elektrochemischen ...
Ein Empa-Forscherteam hat eine durch Wasser aktivierbare Einweg-Batterie aus Papier entwickelt. Damit liesse sich eine breite Palette von kleinen Einweg-Elektronikgeräten mit geringem Stromverbrauch betreiben, etwa intelligente Etiketten zum Tracking von Objekten, Umweltsensoren oder medizinische Diagnosegeräte - und erst noch deren Umweltauswirkungen minimieren. Die «Proof-of-Concept»-Studie wurde soeben in «Scientific Reports» veröffentlicht. mehr lesen 
Die Zementindustrie emittiert grosse Mengen von klimaschädlichem Kohlendioxid - doch alternative Bindemittel auf der Basis von Magnesiumcarbonat könnten CO2 sogar binden. Beton als Kohlenstoffsenke? Ein Forschungsprojekt, das vor kurzem den ersten «Advanced Grant» des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) für die Empa erhielt, soll die Grundlagen dazu erkunden und praktische Anwendungen vorbereiten. mehr lesen  
Das Forschungszentrum Jülich wird Standort des ersten europäischen Exascale-Rechners. Der Supercomputer soll als erster Rechner in Europa die ... mehr lesen  
Der Supercomputer JUWELS steht schon in Jülich.
Das UNSW-Solarteam bei Nacht, aufgenommen mit einer Infrarotkamera.
Ein Team von Forschern an der University of New South Wales (UNSW) in Sydney hat gezeigt, dass man die Infrarot-Strahlungswärme der Erde zur ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 17°C 29°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Basel 17°C 29°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 17°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft trüb und nass
Bern 16°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 17°C 28°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft anhaltender Regen
Genf 18°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 19°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten