Keine Grosskundgebung in Nepal

Kathmandu - Die Opposition in Nepal hat eine für heute Nachmittag geplante Grosskundgebung in Kathmandu verschoben, nachdem die Regierung kurzfristig eine Ausgangssperre über die Hauptstadt verhängt hatte.

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Aus Oppositionskreisen verlautete, dass der geplante Massenprotest stattfinden solle, sobald die Sperre aufgehoben werde. Die Regierung hatte zudem alle Mobiltelefonleitungen stillgelegt. Seit Mittwoch gilt in Kathmandu ein Versammlungsverbot.

Im Vorfeld war es in verschiedenen Städten Nepals zu Protestkundgebungen gegen die autoritäre Herrschaft von König Gyanendra gekommen. Zu den Protesten hatte die oppositionelle Sieben- Parteien-Allianz SPA aufgerufen, die seit Donnerstag das Land mit einem Generalstreik weit gehend lahm legt.

Bei einer der Demonstrationen in der westlichen Touristenmetropole Pokhara erschoss die Polizei einen Demonstranten, wie der unabhängige Radio-Sender HBC FM berichtete.

Tote bei Kämpfen zwischen Rebellen und Armee

Zuvor war es zu blutigen Kämpfen zwischen maostischen Rebellen und Regierungstruppen gekommen. Dabei wurden im Westen Nepals zwölf Menschen getötet.

Nach Armeeangaben überfielen tausende Rebellen in der Nacht mehrere Kasernen der Sicherheitskräfte sowie Regierungsämter in den Bezirken Rupandehi und Kapilbastu. Bei den stundenlangen Gefechten wurden neun Aufständische und drei Soldaten getötet.

«Tag der Volksbewegung»

Heute jährt sich zum 16. Mal der «Tag der Volksbewegung»: Am 8. April 1990 hatte der damalige König Birendra das Parteienverbot aufgehoben; ein Jahr später wurde die erste gewählte Regierung seit fast einem halben Jahrhundert gebildet.

Sein Nachfolger Gyanendra hatte am 1. Februar vergangenen Jahres den Ausnahmezustand erklärt und sich für die kommenden drei Jahre zum alleinigen Machthaber ernannt.

(/sda)

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