Kirchenpflege will Papierlose nicht länger im Gotteshaus

publiziert: Montag, 22. Dez 2008 / 18:42 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Dez 2008 / 20:23 Uhr

Zürich - Die Verantwortlichen der Predigerkirche haben den Sans-Papiers, die das Gotteshaus im Zürcher Niederdorf besetzen, ein Angebot gemacht, damit sie bis Samstag ausziehen. Die Besetzer wollen nicht darauf eingehen. Die Fronten sind verhärtet.

Seit Freitag besetzen die Sans-Papiers das katholische Gotteshaus im Zürcher Niederdorf.
Seit Freitag besetzen die Sans-Papiers das katholische Gotteshaus im Zürcher Niederdorf.
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Seit Freitag besetzen die Sans-Papiers das katholische Gotteshaus im Zürcher Niederdorf. Die Besetzer und das unterstützende Bleiberecht-Kollektiv wollen mit ihrer Aktion auf die Notlage der Papierlosen aufmerksam machen.

Das kantonale Migrationsamt setze die gesetzlich vorgesehene Härtefallregelung nicht wirklich um. Sie werfen dem Amt eine «unmenschlich-bürokratische Haltung» vor.

Die Kirchenverantwortlichen trafen sich nun erstmals mit den Besetzern. Es brauche jetzt einen anderen Weg, als auszuharren, sagte der zuständige Kirchenpflege-Präsident, Daniel Lienhard, vor der Diskussion mit den Besetzern. «Wir haben die Aktion nur akzeptiert, weil wir dachten, sie sei befristet.»

Die Kirchenverantwortlichen forderten die Papierlosen auf, die Kirche am Samstag um 15 Uhr mit einem gemeinsamen feierlichen Akt zu verlassen. Dafür versprachen sie den Besetzern, gemeinsam eine Lobby für ihre Interessen aufzubauen.

Zu hohe Erwartungen

Konkret schlugen sie den Sans-Papiers ein Paket mit drei Massnahmen vor. So will sich die Kirche verpflichten, ihr Engagement bei der Begleitung und Rechtsberatung von Härtefällen zu intensivieren. Zudem will der Kirchenratspräsident Anfang Januar Gespräche mit dem zuständigen Regierungsrat Hans Holenstein führen.

Schliesslich sollen die Papierlosen an einer Vollversammlung im Januar wieder über den Stand der Dinge informiert werden. Das Angebot der Kirche stiess bei der Konfrontation der beiden Parteien jedoch auf taube Ohren. Es löste vielmehr eine Wut bei den Betroffenen aus.

Ratlosigkeit herrschte im Anschluss an die Unterredung auch auf Seiten der Kirche. Die Erwartungen, die an die Kirche gestellt würden, seien viel zu hoch.

(smw/sda)

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Es wurde doch von 100'000 Sans-Papier gesprochen in den Welschschweiz - Fr. 8 p.T.
Also gibt der Staat jeden Tag 800'000 Fr. aus. In einem anderen Land ohne Sozialleistungen gibt es nicht einmal das.
Wessen Sache ist es?
Ich bin diesbezüglich halt etwas streng, denn ich habe immer Mühe, wenn jemand sich irgendwo breit macht und dicke Forderungen stellt. Wie viele Schweizer Bürger gibt es, die auch in Not sind und denen keiner hilft, nur weil sie die Klappe nicht so gross aufreissen. Ist es wirklich immer Sache der Kirche, solche politischen Probleme zu lösen? Oder nur weil Weihnachten ist, und gerade deshalb? Man hat die Papierlosen im Niederdorf ja aufgenommen, wenigstens für einige Zeit. Und man hat ihnen Gespräche angeboten, doch das reichte diesen nicht. So sollen sie es halt bleiben lassen - und von dannen ziehen.

Na ja, vielleicht habe ich in meinem Leben nur schon mit allzu vielen Schmarotzern zu tun gehabt, um hier etwas hart zu urteilen. Sonst bin ich wirklich diejenige, die immer Verständnis für Bedürftige hat.
Frohe Weihnachten
Freut mich zu sehen, dass Sie den Artikel gelesen haben. Wollte gestern fast mit einem Plakat mit Obenerwähntem zwischen Paradeplatz und Niederdorf herumkurven. Aber der Mut hat mich verlassen...
Zitat: ... dass z.B. die Gehörlosen-Arbeitslosigkeit fast 10 % beträgt und ...
... zudem keinen Anspruch auf IV-Rente besteht, sofern sie keine Zweitbehinderung haben."

Und nicht immer wieder vergessen oder einfach nicht hören wollen:

SOLCHE Bestimmungen werden NICHT durch HUMAN (menschlich; menschenfreundlich; nachsichtig) denkende Leute, Menschen, Parteien (!) gemacht!!

Das ist typisch ... bürgerlich-politisches, menschenverachtendes Denken und Handeln, was hier sich immer wieder auf traurige Art manifestiert!! Denken wir wirklich an die nächsten Wahlen ... Vergessen wir's nicht - hoffentlich.

Als Beispiel eben die Gehörlosen - wie wenn dies keine Behinderung bedeuten würde ... Schandbar, diese Denkweise!
Sans-Papier im Kampf um Arbeit
Klar sind die Einzelschicksale hart. Aber ich möchte daran erinnern, dass z.B. die Gehörlosen-Arbeitslosigkeit fast 10 % beträgt und zudem keinen Anspruch auf IV-Rente besteht, sofern sie keine Zweitbehinderung haben.
Schuhe
Man muss sich mal vorstellen, wenn ein z. B. Muslim, Schuhe gegen Blocher und Co. geworfen hätte! Dann wäre das plötzlich keine Heldentat mehr, das Geschrei möchte ich nicht hören wollen. (Bezieht sich auf den irakischen Journalisten, der gegen Bush Schuhe warf und das jetzt hier von einigen Schreiberlingen als heldentat gefeiert wird.)
So ist alles relativ!
Schuhe gegen diese Kirchenpflege!!
Auch Ihnen, lieber olaf2 frohe Festtage!
und die wollen uns was von Nächstenliebe erzählen
Super! Ausgerechnet die Kirche, die sonst immer gross von Nächstenliebe predigt und dann exakt vor dem Weihnachten einen "Angriff" auf die Sans Papiers zu starten..?? Und für solche verlogenen Brüder zahlen wir noch haufenweise Steuern... sorry ein absolutes Armutszeugnis.. denn auch SANS Papiers sind Menschen.. und haben ein Anrecht auf würdevolle Behandlung..
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