Klimakonferenz: Schweiz mit aktiver Rolle

publiziert: Samstag, 18. Nov 2006 / 13:51 Uhr / aktualisiert: Samstag, 18. Nov 2006 / 14:16 Uhr

Bern - Für den Chef des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Bruno Oberle, hat die Weltklimakonferenz von Nairobi die Richtung der Diskussionen für die Klimapolitik nach Kyoto vorgegeben.

Die Schweiz sei bei allen wichtigen Diskussionen als «honest broker» dabei, sagte der BAFU-Chef Bruno Oberle.
Die Schweiz sei bei allen wichtigen Diskussionen als «honest broker» dabei, sagte der BAFU-Chef Bruno Oberle.
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Ausserdem habe sich gezeigt, dass Klimapolitik auch Sicherheitspolitik ist. Die Schweiz sei vom Klimawandel überdurchschnittlich betroffen, erklärte Oberle gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Der Hitzesommer 2003 und die Überschwemmungen im Vorjahr hätten gezeigt, dass die Frequenz extremer Ereignisse zunehme.

Als Land mit Bergen sei eine aktive Klimapolitik im nationalen Interesse, sagte der BAFU-Chef nach Abschluss der Konferenz. Lösungen seien aber nur im internationalen Rahmen denkbar, glaubt Oberle.

Dass die 189 Teilnehmerstaaten beschlossen haben, ab 2009 konkret über die Zeit nach dem Ablauf des Kyoto-Protokolls zu verhandeln, sei eine Errungenschaft. Nairobi sei eine Vorbereitungskonferenz gewesen, welche die Richtung aufgezeigt habe.

Nach zähen Verhandlungen hatte die Konferenz am Freitagabend beschlossen, bis 2008 die Verringerung der Treibhausgase durch das Kyoto-Protokoll zu überprüfen. Darauf aufbauend sollen die neuen Emissionsgrenzwerte für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto- Protokolls 2012 festgelegt werden.

Aktive Rolle der Schweiz

Mit Hinweis auf die Vorbereitungskonferenz in Rüschlikon verwies Oberle auf die aktive Rolle der Schweiz. Sie zeige sich auch in der Idee eines globalen Finanz-Mechanismus mit einer CO2-Abgabe, wie sie Bundespräsident Moritz Leuenberger vorgeschlagen habe. Zudem sei die Schweiz bei allen wichtigen Diskussionen als «honest broker» dabei, sagte der BAFU-Chef weiter.

Umweltorganisationen hatten die Ergebnisse der Konferenz als ungenügend bezeichnet. Sie würden dem Ernst der Lage nicht Rechnung tragen. Das «klimapolitische Schneckentempo», für das Nairobbi stehe, sei angesichts der schnell wachsenden Bedrohung durch den Klimawandel nicht mehr tragbar, liess etwa Greenpeace Schweiz verlauten.

(fest/sda)

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