Kolumbien bestreitet Angriffe gegen die Schweiz
publiziert: Mittwoch, 16. Jul 2008 / 07:10 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 16. Jul 2008 / 09:40 Uhr

Bogotá - Der kolumbianische Vize-Aussenminister Camilo Reyes hat bestritten, dass der Entscheid der Staatsanwaltschaft, gegen den Schweizer Vermittler Jean-Pierre Gontard eine Strafuntersuchung einzuleiten, ein Angriff gegen die Schweiz darstelle.

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«Die Justizbehörden in Kolumbien funktionieren unabhängig», sagte Reyes vor Journalisten. Der Entscheid sei in keinster Weise gegen die Schweiz gerichtet. Sein Land wolle die sehr guten Beziehungen mit der Schweizer Regierung und dem Schweizer Volk beibehalten und ausbauen.

Der kolumbianische Generalstaatsanwalt Mario Iguarán hatte zuvor verlauten lassen, er wolle eine Strafuntersuchung gegen Gontard einleiten. Es gebe Hinweise dafür, dass er eine Verschwörung angeführt oder sich an einer Verschwörung beteiligt habe.

Funktion als «Mediator» überschritten?

Kolumbien wirft Gontard vor, bei der Befreiung von zwei Novartis-Mitarbeitern im Jahr 2001 der FARC-Guerilla knapp 500'000 Dollar Lösegeld übergeben zu haben. Gontard habe damit seine Funktion als «Mediator» überschritten.

Die Vorwürfe gegen Gontard wurden kurz nach der militärischen Befreiung von Ingrid Betancourt Anfang Juli laut. Sie beziehen sich auf eine frühere Geiselfreilassung von zwei Mitarbeitern des Pharmakonzerns Novartis.

EDA hält zu Gontard

Das Schweizer Aussenministerium hat Gontard wiederholt das Vertrauen ausgesprochen und beteuerte stets, der Genfer Professor habe nicht als Geldbote fungiert. Kurz nachdem die Vorwürfe in Kolumbien laut wurden, reiste Gontard zurück in die Schweiz. Er hat sich seither nicht zu den Vorwürfen geäussert.

Gontard habe unter «extrem schwierigen Bedingungen, teilweise unter Lebensgefahr» gearbeitet, betonte das EDA in einem Communiqué. Die Vorwürfe, er habe der FARC Lösegeld übergeben, seien falsch.

Calmy-Rey nach Bogotá?

Die Vorwürfe gegen Gontard wurden kurz nach der militärischen Befreiung von Ingrid Betancourt Anfang Juli laut. Sie beziehen sich auf eine frühere Geiselfreilassung von zwei Mitarbeitern des Pharmakonzerns Novartis

Aussenministerin Calmy-Rey will Mitte August nach Bogotá reisen und dort das Bestehen eines Freundschaftsvertrags zwischen der Schweiz und Kolumbien feiern. Ob Calmy-Rey unter diesen Vorzeichen am Besuch festhält, bleibt unklar.

(fest/sda)

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