Kommission fordert höheres Rentenalter

publiziert: Donnerstag, 20. Okt 2005 / 20:32 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 20. Okt 2005 / 20:51 Uhr

Bern - Die Kommission für Konjunkturfragen (KfK) warnt in ihrem Jahresbericht 2005 vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der alternden Bevölkerung. Sie fordert ein höheres Rentenalter und Anreize, damit Frauen mehr arbeiten und mehr Kinder gebären.

KfK-Präsident Gebhard Kirchgässner.
KfK-Präsident Gebhard Kirchgässner.
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Längerfristig müsse sich die Schweiz angesichts der steigenden Lebenserwartung «vom Dogma des Rentenalters 65» verabschieden, heisst es im Jahresbericht, der in Bern zu Handen des Bundesrates veröffentlicht wurde. Zudem sollen auch Menschen im Pensionsalter vermehrt Teilzeit arbeiten können.

Frühpensionierungen seien in Berufen mit besonderer Körperbelastung wie auf dem Bau diskutierbar, nicht aber etwa für Professoren, sagte KfK-Präsident Gebhard Kirchgässner, selber Professor an der Uni St. Gallen.

Dass sich der zuständige Bundesrat Pascal Couchepin beim Rentenalter die Finger verbrannt habe, sei für die Kommission Ansporn gewesen, das Thema zu erörtern.

Die Kommission aus Wirtschaftsprofessoren, Regierungsräten und Vertretern der Wirtschaft sowie der Gewerkschaften nimmt vereinzelt auch Anliegen der Linken auf. So müsse das Kinderbetreuungssystem verbessert werden.

In Kinderhorten und Primarschulen sollen die Zeiten so geregelt werden, dass beide Partner einer Familie zumindest halbtags arbeiten können.

Von der besseren «Vereinbarkeit von Familie und Beruf» erhofft sich die Kommission eine höhere Erwerbstätigkeit der Frauen und gleichzeitig mehr Geburten. In der Schweiz hätten heute 40 Prozent der Frauen mit höherem Bildungsabschluss keine Kinder mehr, gesamthaft betrage die Geburtenrate noch 1,4 Kinder pro Frau.

Damit die AHV weiterhin ein Existenzminimum garantieren könne, genüge ein höheres Rentenalter nicht. Zusätzliche Mittel dürften vermutlich am sinnvollsten durch allgemeine Steuern gedeckt werden, schreibt die KfK. Möglichkeiten seien die Erhöhung der Mehrwertsteuer oder eine nationale Erbschaftssteuer.

(bert/sda)

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