Koran-Film: Rückschlag für niederländischen Rechtspolitiker

publiziert: Sonntag, 23. Mrz 2008 / 08:13 Uhr

Amsterdam - In Amsterdam haben rund 1000 Menschen gegen den Koran-kritischen Film «Fitna» des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders demonstriert. Der Politiker stellt den Koran darin als «faschistisches» Buch dar und warnt vor einem «Tsunami der Islamisierung» der Niederlande.

Geert Wilders ist niederländischer Abgeordneter und Rechtspopulist.
Geert Wilders ist niederländischer Abgeordneter und Rechtspopulist.
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Wilders erlitt derweil bei der Suche nach einer Ausstrahlungsmöglichkeit seines Films einen weiteren Rückschlag: Der US-Datenbankdienst Network Solutions setzte die Internet-Seite ausser Betrieb, über die Wilders seinen Film zeigen wollte.

Der Online-Auftritt sei nach dem Eingang mehrerer Beschwerden vorläufig inaktiviert worden, teilte Network Solutions mit. Das Unternehmen prüfe den Inhalt des Kurzfilms zunächst daraufhin, ob eine Ausstrahlung mit den Firmenrichtlinien vereinbar sei. Zuvor hatten bereits die niederländischen TV-Sender eine Ausstrahlung des Films verweigert.

Auch nach dem neuen Rückschlag will Wilders nicht darauf verzichten. Wenn es sein müsse, werde er ihn persönlich in Amsterdam als DVD verteilen, sagte der Politiker von der rechten Freiheitspartei der Nachrichtenagentur ANP.

«Tod den Niederlanden»

Die niederländische Regierung distanzierte sich von dem Film und appellierte an Wilders, auf eine Ausstrahlung zu verzichten. Sie fürchtet ähnliche Anfeindungen in der muslimischen Welt wie sie Dänemark vor zwei Jahren nach dem Abdruck von Mohammed-Karikaturen in mehreren Zeitungen erlitten hatte.

Am Freitag waren in der afghanischen Hauptstadt Kabul rund 5000 Menschen aus Protest gegen den erneuten Abdruck der Karikaturen und gegen Wilders' Film auf die Strasse gegangen. «Tod für Dänemark» und «Tod den Niederlanden» riefen sie. Die Niederlande haben 1650 Soldaten in Afghanistan stationiert.

(li/sda)

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