Kostelic siegt schon wieder

publiziert: Samstag, 27. Nov 2004 / 22:51 Uhr

Aspen - Das muss für die Konkurrenz demütigend sein. Ein Jahr lang war Janica Kostelic verletzt und krank. Und nun deklassierte sie in Aspen im ersten Slalom die ganze Konkurrenz.

Vier Operationen schein ihr nichts auszumachen. Janica Kostelic fährt wieder allen davon.
Vier Operationen schein ihr nichts auszumachen. Janica Kostelic fährt wieder allen davon.
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Den Gegnerinnen blieb wieder einmal nur das Staunen über das "Phänomen Janica Kostelic".

Sie, die im März 2003 im Rahmen des Weltcup-Finals in Hafjell (No) ihren letzten Slalom bestritten hatte, fuhr die Konkurrenz bei erster Gelegenheit schon wieder in Grund und Boden. Der Vorsprung der 22-Jährigen aus Zagreb betrug fast unglaubliche 1,27 Sekunden. Gleiches hatte die dreifache Olympiasiegerin und Slalom-Weltmeisterin schon einmal vollbracht, die Szenerie erinnerte an den Beginn des Winters 00/01.

Damals war Janica Kostelic elf Monate nach ihrem fatalen Sturz in St. Moritz in Park City (USA) in den Weltcup zurückgekehrt -- und hatte den Slalom mit ähnlich grosser Marge für sich entschieden.

Fantastischer zweiter Lauf

Am Vortag hatte sie den Vorsprung von sechs Zehnteln nach dem ersten Lauf noch aus der Hand gegeben, jetzt wendete Janica Kostelic das Blatt zu ihren Gunsten und liess selbst Anja Pärson und der bei "Halbzeit" führenden Tanja Poutiainen mit einer fantastischen Vorstellung am Nachmittag nicht den Hauch einer Chance.

Schmerzfrei wird die Kroatin, deren gesundheitlicher Leidensweg vor fünf Jahren mit dem Sturz und schwersten Knieverletzungen im Abfahrtstraining in St. Moritz seinen Anfang genommen hatte und an deren Ende Anfang dieses Jahres eine Schilddrüsen-Operation stand, nie mehr Rennen bestreiten können. Auf ihr Fahrgefühl hatten all die Rückschläge indes keinen Einfluss; im Frauen-Weltcup ist es nach wie vor einmalig.

Dazu gesellt sich neuerdings eine bei Janica Kostelic noch nie erlebte Lockerheit: "Ich bin schon glücklich, überhaupt wieder im Weltcup dabei sein zu können", pflegt sie zu sagen, wenn sie nach ihren Saisonzielen befragt wird.

Die Tiefstapelei dürfte aber nur die offizielle Version sein. Janica Kostelic weiss selber bestens, dass sie in den Kampf um die grosse Weltcup-Kristallkugel und WM-Medaillen wird eingreifen können, sofern sie vor weiteren Verletzungen verschont bleibt. Den Beweis dafür hat sie mit ihrem 20. Weltcup-Sieg jedenfalls früher als erwartet erbracht.

Mit Kostelic, Anja Pärson und Tanja Poutiainen standen die gegenwärtig besten Technikerinnen im Frauen-Zirkus wie schon am Vortag im Riesenslalom auf dem Podest.

Die in der vergangenen Saison dominierende Skandinavierin musste zwar zum zweiten Mal innert 24 Stunden einer Konkurrentin den Vortritt lassen, war mit ihrem Abschneiden aber trotzdem zufrieden.

"Ich bin froh über jeden Platz unter den ersten drei, egal auf welcher Stufe", sagte die Schwedin, der eine Erkältung nach wie vor zu schaffen macht, die sich aber schon wieder deutlich besser fühlte. Tanja Poutiainen lieferte trotz des Rückfalls auf Platz 3 den Beweis, dass mit ihr auch in ihrer zweiten starken Disziplin im WM-Winter zu rechnen ist.

Wenigstens wieder skigefahren

Für Sonja Nef und Marlies Oester, die beiden einzigen Schweizer Vertreterinnen, war der erste Weltcup-Slalom des Winters schon nach dem ersten Durchgang zu Ende.

"Ich hatte die Hand im Schnee, verlor deshalb den Stock aus der Hand und konnte mich nicht mehr retten", schilderte die Appenzellerin ihren Ausfall. Bis dorthin war ihr eine ansprechende Fahrt gelungen.

"Wenigstens bin ich heute wieder skigefahren." Positiv wertete Sonja Nef zudem die zurückgekehrte Lockerheit. "Im Riesenslalom hatte ich mir selber zu grossen Druck aufgesetzt. Ich wollte allen zeigen, dass ich wieder ´da´ bin, und habe mich zu sehr unter Druck gesetzt."

Marlies Oester dagegen fand einen Tag nach ihrem gelungenen Auftritt im Riesenslalom den Rhythmus nie. "Ich bin keine Kurve normal gefahren", erzählte die Adelbodnerin. "Der siebte Platz hat mich sicherlich zusätzlich motiviert. Doch im Slalom fühle ich mich noch nicht so sicher wie im Riesenslalom."

Resultate:
1. Janica Kostelic (Kro) 1:43,70. 2. Anja Pärson (Sd) 1,27 zurück. 3. Tanja Poutiainen (Fi) 1,32. 4. Nicole Hosp (Ö) 1,88. 5. Christel Pascal (Fr) 2,25. 6. Kristina Koznick (USA) 2,27. 7. Nicole Gius (It), Monika Bergmann (De) und Annemarie Gerg (De) 3,17. 10. Julia Mancuso (USA) 3,29. 11. Sarah Schleper (USA) 3,41. 12. Veronika Zuzulova (Slk) 3,44. 13. Manuela Mölgg (It) 3,58. 14. Elisabeth Görgl (Ö) 3,61. 15. Line Viken (No) 3,69.

16. Resi Stiegler (USA) 3,85. 17. Maria Pietilae-Holmner (Sd) 3,88. 18. Ana Jelusic (Kro) 3,94. 19. Florine De Leymarie (Fr) 3,98. 20. Martina Ertl (De) 4,05. 21. Sabine Egger (Ö) 4,06. 22. Sarka Zahrobska (Tsch) 4,08. 23. Henna Raita (Fi) 4,14. 24. Nika Fleiss (Kro) 4,25. 25. Karina Birkelund (No) 4,78. 26. Sofie Olofsson (Sd) 4,89. 27. Kathrin Zettel (Ö) 6,92. - Ausgeschieden: Annalisa Ceresa (It), Trine Bakke Rognmo (No), Anna Ottosson (Sd).

Gesamtwertung:

Frauen. Slalom (1 Rennen): 1. Janica Kostelic (Kro) 100. 2. Anja Pärson (Sd) 80. 3. Tanja Poutiainen (Fi) 60. 4. Nicole Hosp (Ö) 50. 5. Christel Pascal (Fr) 45. 6. Kristina Koznick (USA) 40. 7. Monika Bergmann (De), Annemarie Gerg (De) und Nicole Gius (It) 36. 10. Julia Mancuso (USA) 26.

Gesamtwertung (nach 3 Rennen): 1. Anja Pärson (Sd) 260. 2. Tanja Poutiainen (Fi) 240. 3. Janica Kostelic (Kro) 192. 4. Martina Ertl (De) 101. 5. Kristina Koznick (USA) 97. 6. Nicole Hosp (Ö) 79. 7. Elisabeth Görgl (Ö) 64. 8. Nicole Gius (It) 62. 9. Maria Rienda Contreras (Sp) 60. 10. Karen Putzer (It) 55. 11. Anna Ottosson (Sd) 51. 12. Marlies Schild (Ö) 50. 13. Michaela Dorfmeister (Ö) und Christel Pascal (Fr) 45. 15. Julia Mancuso (USA) 42.

Ferner 16. Nadia Styger 40. 17. Marlies Oester 36. 21. Sonja Nef 35. 36. Fränzi Aufdenblatten 16.

Nationenwertung (nach 5 Rennen): 1. Österreich 769 (Frauen 374+Männer 395). 2. USA 454 (189+265). 3. Schweden 377 (345+32). 4. Italien 335 (157+178). 5. Finnland 310 (248+62). 6. Schweiz 288 (127+161). 7. Frankreich 222 (67+155). 8. Kroatien 212 (212+0). 9. Deutschland 204 (191+13). 10. Kanada 171 (81+90). 11. Norwegen 102 (39+63). 12. Spanien 60 (60+0). 13. Slowenien 26 (26+0). 14. Slowakei 22 (22+0). 15. Liechtenstein 17 (0+17).

16. Tschechien 9 (9+0). 17. Japan 7 (0+7). 18. England 2 (0+2).

(bsk/Si)

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