Kostengründe verhindern nützliche Behandlungen

publiziert: Dienstag, 28. Aug 2007 / 14:51 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 28. Aug 2007 / 17:25 Uhr

Bern - Schweizer Ärzte führen häufig aus Kostengründen Eingriffe nicht aus, die für Patienten eigentlich nützlich wären. Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) verlangt darum klarere Leitplanken von der Politik.

Es werde immer eine Kluft bestehen zwischen dem Wünschbaren und dem Machbaren.
Es werde immer eine Kluft bestehen zwischen dem Wünschbaren und dem Machbaren.
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«Die Rationierung von Gesundheitsleistungen ist kein Gespenst am Zukunftshimmel, sondern Realität», sagte Peter Suter, Präsident der SAMW, vor den Medien in Bern. In einer Studie etwa gaben zwei Drittel der Internisten und Allgemeinmediziner an, aus Kostengründen auf für Patienten nützliche Eingriffe verzichtet zu haben.

Dadurch würden die Patienten aber praktisch nie in Lebensgefahr gebracht, relativierte Jacques de Haller, der Präsident der Ärztevereinigung FMH. Nicht durchgeführt werden etwa Labortests oder Magnetresonanztomographien, mit denen innere Organe oder Gewebe sichtbar gemacht werden können.

Oft trifft es die Schwächsten

Oft seien es die Schwächsten, denen der Zugang zu medizinischen Leistungen erschwert werde, sagte de Haller. Asylbewerber etwa hätten nicht das Anrecht auf das gleiche Gesundheitssystem wie Schweizer. Einen grossen Spardruck ortet die SAMW zudem in der stationären Betreuung.

Es sei vorgekommen, dass Angehörige die Spitex für ihre Verwandte im Pflegeheim organisieren und zahlen mussten, sagte Barbara Gassmann, die Vizepräsidentin des Berufsverbands der Pflegefachfrauen und -männer. Das Personal habe nicht die Zeit gehabt, der Frau jeden Tag eine Stunde lang das Essen einzuflössen.

Sparpotenzial besteht

Daneben gibt es laut der SAMW aber durchaus Gesundheitsbereiche, in denen Sparpotenzial besteht. Im medizinisch-technischen Bereich etwa setze sich der Trend zur Ausgabensteigerung ungebremst fort.

Die Akademie verlangt, dass über diese Probleme offen diskutiert wird. Heute gebe es kaum Vorgaben der Politik, welche Leistungen rationiert oder limitiert werden sollten, sagte de Haller.

Zudem sollten das Bundesamt für Gesundheit und die kantonalen Gesundheitsdirektoren innert zweier Jahre verbindliche Gesundheitsziele formulieren und die Politik danach ausrichten.dem Wünschbaren und dem Machbaren. Die vorhandenen Mittel seien endlich. Sie müssten so gut und gerecht wie möglich eingesetzt werden.

(smw/sda)

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