Kuwaitischer Kronprinz erstmals nicht mehr Ministerpräsident

publiziert: Montag, 14. Jul 2003 / 07:06 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Jul 2003 / 07:32 Uhr

Kuwait - In Kuwait werden nach einem Erlass des Emirs künftig die Regierungsgeschäfte erstmals seit der Unabhängigkeit 1961 nicht mehr vom Kronprinzen geführt. Analysten sehen in der Ämtertrennung einen ersten Schritt in Richtung Reformen.

Dick Cheney jokes mit dem kuwaitischen Premierminsiter Sabah im Jahre 2000.
Dick Cheney jokes mit dem kuwaitischen Premierminsiter Sabah im Jahre 2000.
Der kuwaitische Aussenminister Scheich Sabah el Ahmad el Sabah werde künftig Ministerpräsident sein, hiess es in dem am Sonntag veröffentlichten Erlass.

Der Bruder des Emirs Scheich Dschaber el Ahmad el Sabah löst damit den schwer erkrankten Kronprinzen Scheich Saad el Abdulla el Sabah ab.

Ahmad el Sabah zieht angesichts des ebenfalls schlechten Gesundheitszustandes seines Bruders hinter den Kulissen schon länger die Fäden.

Unter der Verfassung des Landes sind der Emir und sein Kronprinz niemandem Rechenschaft schuldig. Jeder andere, der das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt, kann dagegen zur Rechenschaft gezogen werden.

Einigen Analysten geht die blosse Trennung der Ämter ohnehin nicht weit genug. Sie wollen, dass die El-Sabah-Familie politisch keine Rolle mehr spielt und statt dessen der Ministerpräsident gewählt wird.

Die USA und Grossbritannien wollen im benachbarten Irak nach eigenem Bekunden unter anderem auch demokratische Strukturen einführen.

Daher ist der Druck auf Kuwait - einem Verbündeten der USA - grösser geworden, auch dort der Demokratie eine Chance zu geben.

(bsk/sda)

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