Lach, grins, grübel - Chat-Sprache im Visier

publiziert: Mittwoch, 27. Mai 2009 / 20:17 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Mai 2009 / 21:56 Uhr

Berlin - Lach, grins, grübel und merkwürdige Abkürzungen: In Internet-Chats hat sich nach Untersuchungen von Wissenschaftlern ein neues Deutsch entwickelt. Es habe bisher aber keine negativen Auswirkungen auf die Sprache.

In Internet-Chats hat sich nach Untersuchungen von Wissenschaftlern ein neues Deutsch entwickelt.
In Internet-Chats hat sich nach Untersuchungen von Wissenschaftlern ein neues Deutsch entwickelt.
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Weder Zeitungen noch die Fachliteratur liessen sich von Aktionsworten und Kürzeln der Chat-Sprache beeinflussen, sagte die Linguistik-Professorin Angelika Storrer vor der Berliner Wissenschaftstagung «In den Netzen der Sprache». Eher sieht sie die Zukunft des Chattens durch die mündliche Kommunikation über den Anbieter Skype bedroht.

Einen ganzen Tag lang beschäftigte sich die Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften mit dem Thema Sprache. Neue Einflüsse wie Kiezdeutsch, Jugendsprache und Chat-Gepflogenheiten begreifen Sprachwissenschaftler dabei zumeist als Bereicherung und nicht als Bedrohung des Deutschen.

«Für Chats kann ich Entwarnung geben», berichtete Storrer, Linguistik-Professorin an der Universität Dortmund gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Ausserhalb des Internets tauche Chat-Sprache bisher lediglich in Schüler-Zeitungen gehäuft auf. Die Belletristik spiele höchstens - wie zum Beispiel Daniel Kehlmann in «Ruhm» - ironisch mit Chat-Protokollen.

Schnelle Kommunikation via Internet

Typisch für die schnelle Kommunikation via Internet sind sogenannte Emoticons. Das sind Folgen aus Satzzeichen, die Gefühlszustände ausdrücken. Doppelpunkt, Minus und Klammer stehen dann für gute Stimmung.

Fast wie eine Geheimsprache wirken für Aussenstehende die Abkürzungen «rofl» (rolling on the floor laughing) oder «afk» (away from keyboard). Mit der verkürzenden SMS-Kommunikation gibt es Überschneidungen.

Aktionsworte wie «schmoll, knuddel, dahinschmelz, däumchendreh» sind dagegen Eigenheiten des Chats und simulieren Mimik oder Gestik. Auf den ersten Blick erinnert das an Comicsprache.

Storrer hat für ihre Studie 480 Chat-Protokolle auf ihre Besonderheiten untersucht. Eine einheitliche Chat-Sprache gebe es nicht, betonte die Forscherin. Die Beiträge unterschieden sich nach ihrem Anlass, sei es nun Freizeit, Bildung oder Flirt.

(smw/sda)

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