Olympia: Langlauf, Sprint
Langlauf-Sprint-Premiere mit Schweizer Beteiligung
publiziert: Montag, 18. Feb 2002 / 09:20 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Feb 2002 / 09:44 Uhr

Soldier Hollow - Am Dienstag treten in Soldier Hollow die Sprinter unter den Langläufern ins Rampenlicht. Für die meisten Athletinnen und Athleten ist das Olympia-Abenteuer schon nach der Qualifikation zu Ende; nur je die besten 16 kommen weiter. Dass er mindestens in diese Viertelfinals vorstösst, hofft Christoph Eigenmann, der bei den Olympischen Winterspielen eine neue Dimension entdeckt.

Bei den Frauen ist die Schweiz durch Andrea Huber vertreten. Die Bündnerin ist eine Spezialistin für kurze Distanzen, kann aber nicht als reine Sprinterin bezeichnet werden. Bei Christoph Eigenmann ist dies anders. Dass er zu dieser jungen Disziplin gefunden hat, entspricht indessen einem Zufall.

Der Wattwiler fand sich im Winter 1999/2000 im Goms zu einem 10-km-Rennen ein. Am Vortag fand ein Sprint statt, den er zu seiner eigenen Überraschung gewann. Später belegte er in einem Europacup-Sprint in Furtwangen (De) den 2. Platz vor Marc Mayer, der in Österreich als grosse Hoffnung in dieser Kurzzeit-Disziplin betrachtet wurde. In seinem dritten Einsatz schliesslich wurde Eigenmann bereits Schweizer Meister -- im Neuenburger Jura an einem Abend, als die Welt beinahe in den Regenfluten ertrank.

Ein 'richtiger' Langläufer

Noch immer wird innerhalb der kleinen nordischen Familie über die Sprinter gemäkelt. "Das sind keine richtigen Langläufer", heisst es. Christoph Eigenmann kennt den Vorwurf, und er wehrt sich dagegen: "Erstens benötigen wir die gleiche Ausrüstung, um unseren Sport auszuüben. Wir verfügen halt über einen anderen Typ von Muskelfasern. Dann ist nicht zu übersehen, dass wir Spektakel garantieren. Wo gab es denn in diesem Winter die meisten Zuschauer? Da, wo die Sprinter am Werk waren!" Der Toggenburger war letztes Jahr immerhin Teilnehmer an der Schweizer Meisterschaft über 50 km, beendete den Engadin Skimarathon im 32. Rang und gewann in seiner letzten Saison als Junior Bronze über 30 km Skating.

Die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele erzielte Christoph Eigenmann schon früh in diesem Winter, nämlich Anfang Dezember in Cogne (It), als er mit einer grossartigen Qualifikationszeit aufwartete und schliesslich 14. wurde. In seinem Viertelfinal lief er hinterher, aber das hatte damals einen einfachen Grund. "Ich kann doch nicht den 'Grossen' wie etwa Cristian Zorzi auf die Ski treten", meinte er damals mit (zu) viel Respekt. Doch die Qualifikation für Salt Lake City erheischt auch aus einem anderen Blickwinkel Respekt. Der Toggenburger absolvierte in Liestal die Grenzwächterschule. Er habe im Praktikum viel Freizeit gehabt, anerkennt er. Die Doppelbelastung ist dennoch nicht von der Hand zu weisen. Vor Weihnachten zog sich Eigenmann eine Erkältung zu, sodass seine Ergebnisse in Garmisch- Partenkirchen (43.) und Salzburg (35.) nicht zum Nennwert genommen werden können.

Es ist nicht auszuschliessen, dass für Christoph Eigenmann das olympische Abenteuer nach einem Einsatz von lediglich etwa 3:15 Minuten schon zu Ende ist. Nur die 16 zeitschnellisten Athleten qualifizieren sich für die Viertelfinals. "Ich werde alles daran setzen, um dabei zu sein. Wenn es mir nicht unter die 16 weltbesten Sprinter reicht, muss ich halt akzeptieren, dass ich zu schlecht bin", hält der Toggenburger fest. Sein weiterer Hinweis: "Im Sprint muss man nur einmal während eines Sekundenbruchteils nicht richtig schalten, dann ist schon alles vorbei. Wenn man nicht 110 Prozent gibt, ist man nicht dabei."

Spektakel garantiert

Der Sprint ist in den letzten Jahren vom Internationalen Ski- Verband (FIS) gefördert worden, um den Langlauf wieder attraktiver zu machen. Im Weltcup verzeichneten die Verantwortlichen dabei Abenteuer wie in Mailand, wo in der Messehalle oder im Velodrom Vigorelli chaotische Anlässe durchgeführt wurden, oder Veranstaltungen wie in Stockholm, wo 20'000 Zuschauer die Strecke um das königliche Schloss säumten. Für den kommenden Herbst hat der deutsche Coach Jochen Behle eine Doppel-Veranstaltung in Düsseldorf am Ufer des Rheins angekündigt. Der Schnee dazu soll aus der Skihalle in Neuss herangeführt werden.

Im Februar letzten Jahres erlebte der Sprint in Lahti (Fi) seine WM-Premiere. Bei den Männern siegte damals Tor-Arne Hetland (No) vor Cristian Zorzi (It). In Soldier Hollow wird eine Neuauflage dieses Duells erwartet, wobei der Favoritenkreis sehr weit gezogen werden kann. Das Gleiche gilt bei den Frauen, bei denen die Weltmeisterin Pirjo Manninen allerdings den ganzen Winter pausieren muss. Die Finnin zog sich im Herbst mit Übertraining eine hartnäckige Hüftverletzung zu und konnte erst Mitte Januar ein leichtes Regenerationstraining aufnehmen.

(Toni Nötzli, Soldier Hollow /sda)

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