Leben im Stand-by-Modus

publiziert: Montag, 7. Jul 2003 / 08:04 Uhr / aktualisiert: Montag, 7. Jul 2003 / 08:22 Uhr

Die Hamburger Werbe- und Mediaagentur Initiative Media hat es sich mit der 2001 gestarteten Studienreihe "Cyberlives" zur Aufgabe gemacht, einen tieferen Einblick in die Alltagsbedeutung und Nutzungsbedingungen neuer Medien zu gewinnen.

Einige Nutzer befürchten eine Verarmung der Sprache.
Einige Nutzer befürchten eine Verarmung der Sprache.
Wirklich überraschen können die durch Gruppen- und Einzelinterviews gewonnenen Ergebnisse allerdings nicht.

Stichwort Selbstinszenierung: Wer hätte gedacht, das Handy nicht nur gekauft werden, um mobil zu telefonieren, sondern auch ein gutes Stück zur Profilierung und Selbstdarstellung dienen.

Gekauft werden dazu bevorzugt Alleskönner. Und das nicht nur, um zu zeigen, dass man auf dem neuesten Stand der Technik ist.

Immer mehr Gedächtnisfunktionen werden delegiert. Rufnummern, Geburtstage oder Adressen werden in den Speicher der Geräte ausgelagert.

Die Bedeutung als "Zweitgedächtnis" wird den Nutzern oft erst klar, wenn Datenverluste oder technische Probleme auftreten und selbst die Rufnummer der Freundin nicht mehr im Kopf gespeichert ist.

Dazu passt, dass die Erwartungen der Nutzer an die Geräte, immer umfassender werden. Gewünscht werden One-for-All-Geräte, eben "eierlegende Wollmilchsäue", die möglichst auch Videofunktionen beinhalten und gleichzeitig möglichst klein und handlich sein sollen. Grosse Endgeräte gelten als altmodisch, auch wenn z.B. Videofunktionen eine gewisse Gerätegrösse erfordern.

Leben im Stand-by-Modus

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie: Indem Handys immer selbstverständlicher als untrennbar mit der eigenen Person erlebt werden, entwickelt sich auch der persönliche Alltag zu einem permanenten Stand-by-Betrieb - mit allen Vor- und Nachteilen.

Zwar hat der Nutzer im Rahmen des Stand-by-Modus permanent Zugriff auf seine Mitmenschen, diese allerdings auch auf ihn. Und hier wird die eigene Empfangsbereitschaft schon wesentlich kritischer eingeschätzt.

Handys und andere mobile Medien dienen zudem als Überbrückungshilfen im Alltag. Wartezeiten, Bus- und Bahnfahrten lassen sich durch Kommunikationshäppchen verkürzen oder auflockern.

Persönliches Umfeld

Die mobilen Medien stellen dann die Verbindung zum persönlichen Umfeld her. Man fühlt sich nicht allein, kann sich trotz räumlicher Entfernung jederzeit der Nähe seines Umfeldes vergewissern und Leerzeiten ausfüllen.

Interessant sind Befürchtungen einiger Nutzer, bei der weiteren Entwicklung nicht mehr mithalten zu können. Der Hoffnung auf bessere Einbindung in Gemeinschaften durch Nutzung neuer Medien steht die Angst vor einer Überflutung durch Medienangebote gegenüber.

Daraus resultiert wiederum die Angst, dieser Entwicklung nicht mehr gewachsen zu sein. In diesem Zusammenhang werden Ängste vor einem möglichen Suchtverhalten und Kontrollverlust sowie einer Verarmung der Sprache geäussert.

Auch eine Verflachung von sozialen Beziehungen wird befürchtet. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit sitescreen.de erstellt wurde, wird gegen eine Schutzgebühr von 600 Euro an Interessenten verschickt.

(bsk/teltarif.ch)

 
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