Lebenslänglich im Rheinfelder Mordprozess gefordert

publiziert: Montag, 17. Nov 2008 / 12:50 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Nov 2008 / 20:10 Uhr

Rheinfelden - Im Mordprozess vor Bezirksgericht Rheinfelden AG hat die Staatsanwältin am Montag für den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes an seiner Ehefrau gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch mangels Beweisen.

Die Staatsanwältin fordert eine lebenslängliche Strafe.
Die Staatsanwältin fordert eine lebenslängliche Strafe.
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Die einzelnen Indizien in der Beweiskette der Anklage reichten für einen Schuldspruch nicht, sagte der freigewählte Verteidiger. Es könne nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass jemand anderer die Tat begangen habe.

Die von der Anklage konstruierten Tatmotive seien «Hirngespinste». Die Staatsanwaltschaft habe keine Beweise, nur Indizien mit «geringem Wahrscheinlichkeitswert». Mit Rosinenpickerei aus Tagebucheinträgen des Opfers habe die Anklage ein Bild einer zerrütteten Ehe gezimmert.

Dem angeklagten 52-jährigen deuschen Physiotherapeuten wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 22. Januar 2006 seine Ehefrau umgebracht zu haben. Laut Anklage war er heimlich vom Schwarzwald nach Rheinfelden gefahren und hatte im Schlafzimmer mit der «Kraft eines Masseurs» seine 38-jährige Frau erwürgt.

Staatsanwältin Christina Zumsteg sprach von einer «abscheulichen Tat», die von langer Hand geplant und knallhart ausgeführt worden sei. Für den «hinterhältigen Mord» komme nur der Ehemann in Frage.

Am Tatort seien nur DNA-Spuren vom Angeklagten und der Ehefrau gefunden worden. Kein anderer Täter hätte im Kampf die Frau umbringen können, ohne eine DNA zu hinterlassen.

Abdrücke von Turnschuhen

Den grössten Fehler habe der Beschuldigte mit den im Bad hinterlassenen Fussspuren gemacht. Das Profil stamme von Turnschuhen, die der Angeklagte wenige Monate vor der Tat in einem deutschen Sportgeschäft gekauft habe.

Bei einer Hausdurchsuchung waren die Ermittler auf eine Foto gestossen. Darauf war der Angeklagte mit diesem Turnschuhmodell abgebildet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Täter genau die gleichen Schuhe getragen habe, beträgt laut Staatsanwältin 1 : 160'000.

Der Angeklagte habe einen «klassischen Eliminationsmord» begangen. Er sei unglücklich gewesen, die Ehefrau sei ihm lästig geworden. Deshalb habe er sie loswerden wollen.

Urteil am Freitag

Dem Beschuldigten sei klar gewesen, dass die Ehefrau früher oder später hinter seine zahlreichen Seitensprünge kommen würde. Er habe jedoch die zwei Kinder nicht verlieren und keine finanziellen Nachteile erleiden wollen.

Die Staatsanwältin fordert eine Verurteilung des Angeklagten wegen Mordes und eine lebenslange Freiheitsstrafe. Das Urteil wird am kommenden Freitag eröffnet.

(fest/sda)

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