Libyen zieht über 5 Mrd. Franken aus der Schweiz ab

publiziert: Sonntag, 28. Jun 2009 / 15:47 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Dez 2009 / 09:44 Uhr

Bern - Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi macht seine Drohungen gegen die Schweiz wahr. Dem neuen Schweizer Geschäftsträger wird seit Wochen die Einreise verweigert. Nun wurde bekannt, dass mehr als 5 Milliarden Franken libyscher Gelder von Schweizer Konten abgezogen wurden.

Bis Ende letzten Jahres flossen rund 89 Prozent der Vermögenswerte aus Libyen ab. (Symbolbild)
Bis Ende letzten Jahres flossen rund 89 Prozent der Vermögenswerte aus Libyen ab. (Symbolbild)
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Wie aus der jährlichen Publikation der Schweizerischen Nationalbank «Die Banken in der Schweiz» hervorgeht, hat Libyen im Jahr 2008 seine Gelder in der Schweiz von 5,748 Milliarden Franken auf 628 Millionen Franken verringert. Damit flossen bis Ende letzten Jahres rund 89 Prozent der Vermögenswerte aus Libyen ab.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wurde nach eigenen Angaben nicht offiziell über den milliardenschweren Vermögensabfluss informiert. «Wir verfügen über keine detaillierten Angaben zu den Geldern», sagte EDA-Sprecher Georg Farago auf Anfrage.

«Ein Abzug von Vermögenswerten in dem Umfang hat jedoch kaum gesamtwirtschaftliche Auswirkungen», sagte Farago. Die libyschen Gelder auf Schweizer Konten machen nur rund 0,3 Prozent aller ausländischer Gelder in der Schweiz aus.

Anhaltende Spannungen

Auch auf diplomatischer Ebene lässt der libysche Staatschef weiter die Muskeln spielen. Seit mehreren Wochen hat die Schweiz keinen offiziellen Repräsentanten mehr in der libyschen Hauptstadt. Die Botschaft in Tripolis ist nahezu verwaist.

Bereits im Sommer verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Bern und Tripolis, nachdem der Sohn des libyschen Staatschefs Hannibal Gaddafi und seine Ehefrau in Genf verhaftet worden waren. Zwei Angestellte zeigten das Ehepaar wegen Misshandlung an.

Trotz des Rückzugs der Anzeige im September hielten die Spannungen an. Weiterhin sitzen zwei Schweizer Geschäftsleute in Libyen fest und dürfen das Land nicht verlassen. Libyen kündigte zudem eine Klage gegen die Genfer Behörden an.

Revolutionsführer Gaddafi drohte neben Finanzsanktionen auch mit einem Ölboykott gegen die Schweiz. Dieser wurde jedoch bislang nicht umgesetzt.

(bert/sda)

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Nachtrag
Ich bitte die Affen um Entschuldigung, ich wollte sie nicht beleidigen
Bitte bleiben Sie seriös
Ich wiederhole Ihren Titel teilweise: "Libyen zieht..."
Ich mache dies deshalb, weil Sie wiederholt auf meine Einträge die Titel und den Inhalt so verändert haben, dass meine Einsendungen nachträglich unverständlich wurden.
Somit behaupten Sie im Titel etwas, was nicht stimmt, nämlich, dass Libyen jetzt etwas unternimmt, was in Wirklichkeit vor mehr als 6 Monaten, tatsächlich 2008 stattgefunden hat. "...al-Gaddafi macht...", was bereits vor einem halben Jahr geschenen ist, und uns erfreulicherweise nicht geschadet hat. Von mir aus dürfen Sie gern GaddAFFi schreiben.
.
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