Licht und Schatten

publiziert: Montag, 27. Feb 2006 / 07:01 Uhr / aktualisiert: Montag, 27. Feb 2006 / 07:44 Uhr

Glanzvolle Feiern zur Eröffnung und zum Abschluss, packende sportliche Wettkämpfe und herrliche Fernsehbilder gingen von den 20. Olympischen Winterspielen aus Turin und den piemontesischen Alpen um die Welt.

Vor allem ausländische Fans brachten olympische Stimmung nach Turin.
Vor allem ausländische Fans brachten olympische Stimmung nach Turin.
Leider war dies oftmals nur Fassade.

Hinter den Kulissen liess sich das Motto der Spiele «Passion lives here» (Leidenschaft lebt hier) kaum verspüren. Vieles am Rande der Wettkämpfe war lieblos und halbherzig inszeniert.

Statt den olympischen Geist, der 2004 von Athen so wunderbar herbeigezaubert worden war, gabs bei Torino 2006 dreckige Schuhe, bevor am Schluss der grosse Schnee fiel.

«Sion 2006», das 1999 bei der Vergabe der Spiele unter eigenartigen Umständen Turin unterlag, hätte hinter der Fassade wohl besser funktioniert. Die enge Strasse von Sitten nach Veysonnaz wäre bei Torino 2006 ein Luxusboulevard gewesen.

Erfolgreiche Schweizer

Die Schweiz erkämpfte sich mit 14 Medaillen, worunter fünf goldenen und acht aus «neuen» Sportarten, den ausgezeichneten 8. Platz unter den Wintersportnationen. 2002 lag man noch auf Rang 11. Dazu kamen vielbeachtete Eishockeysiege über Kanada und Tschechien.

Die fünf Schweizer Olympiasieger in «Randsportarten» bilden nicht nur ein Zeichen dafür, dass wir dank unserem hohen Lebensstandard dort stark sind, wo die anderen (noch) nicht ernsthaft mitmachen.

Sie sind auch ein deutliches Indiz, dass wir in Sportarten vorne liegen, in denen der Dopingbetrug keine oder nur eine marginale Rolle spielt.

Die (richtigerweise) strenge Dopingfahndung in der Schweiz führt in bedeutenden traditionellen Sportarten zu einer gewissen Chancenminderung.

Favoritenstürze

Die 20. Winterspiele brachten zahlreiche Favoritenstürze. Dreifache Goldgewinner waren der deutsche Biathlet Michael Greis sowie die südkoreanischen Shorttracker Ahn Hyun-Soo und Jin Sun-Yu.

Giorgio Rocca als bekanntester Hoffnungsträger Italiens scheiterte im ersten Slalomlauf. Erfolgreichster Azzurro wurde Eisschnellläufer Enrico Fabris mit zweimal Gold und einmal Bronze.

Zu den eindrücklichsten Figuren gehörten Russlands Eiskunstlaufsieger Jewgeni Pluschenko und der 34-jährige Kjetil André Aamodt mit dem Sieg im Super-G und seiner achten Olympiamedaille.

Benni Raich und Michaela Dorfmeister aus dem erfolgreichsten Skiverband aller Zeiten zeichneten sich als zweifache Alpinsieger aus.

Deutsche Vormachtstellung

Deutschland bestätigte seine Vormachtstellung im Wintersport dank seinen elf Biathlonmedaillen mit 29 Edelmetall-Auszeichnungen und hisste sich auch bezüglich Goldmedaillen (11) an die Spitze vor den USA und dem erstaunlichen Österreich. 2002 hatte Norwegen die meisten Olympiasieger (13) gestellt.

Ebenso erfolgreich wie die sportlichen Abläufe waren offensichtlich die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen.

Im Dopingbereich sorgten die (in dieser Form nur in Italien möglichen) polizeilichen Razzien bei den österreichischen Biathlonisten und Langläufern für Aufsehen. Sie sind hoffentlich ein neues Signal für den Kampf gegen Doping.

(Peter A. Frei /Si)

 
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