Lidl und Aldi verschärfen den Preiskampf
publiziert: Freitag, 3. Dez 2004 / 13:53 Uhr / aktualisiert: Freitag, 3. Dez 2004 / 14:13 Uhr

Bern - Die Schweizer Detailhändler bereiten sich auf den Einstieg der deutschen Hard-Discounter Aldi und Lidl in der Schweiz vor. Bereits jetzt kämpfen sie an der Preisfront, um möglichst viel Terrain zu besetzen.

Der Einkauf als Verrichtung - nicht als Vergnügen:  Aldi.
Der Einkauf als Verrichtung - nicht als Vergnügen: Aldi.
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Aldi und Lidl werden in der Schweiz keine Revolution auslösen. Denn die beiden Branchenriesen Migros und Coop werden seit langem von Denner, Pick Pay und zuletzt auch vom französischen Carrefour-Konzern bedrängt. Die beiden deutschen Firmen könnten den Konkurrenzkampf aber verschärfen.

Beide setzen auf ein kleines Sortiment mit vielen Eigenmarken zu kleinen Preisen. Die Produkte werden wie in einem Lager in Kartonschachteln präsentiert. Nach Meinung von Experten könnten die beiden damit im Schweizer Markt erfolgreich sein; vorausgesetzt sie schaffen es, die Einkaufsgewohnheiten hierzulande zu ändern.

Schweizer Käufer sind treu

"Schweizer Konsumenten sind sehr treu. Die Marktneulinge müssen sich anstrengen, wollen sie sie von ihren Lieblingsgeschäften weglocken", sagte Analyst Claudio Borelli von der Union Bancaire Privée (UBP). Hinzu komme, dass die guten Standorte, das heisst in unmittelbarer Nähe zur Konkurrenz an den grossen Verkehrsachsen, rarer und damit teurer würden.

Diesen Standpunkt nimmt zumindest der Schweizer Detailhandel ein: Migros-Präsident Claude Hauser demonstrierte kürzlich in einem Interview Gelassenheit angesichts der Neuverteilung des Kuchens.

Investitionen im grossen Stil

Denner-Chef Philippe Gaydoul erklärte Anfang Sommer, es gebe keinen Grund zu dramatisieren. Denner will selbst wachsen im grossen Stil: bis 2009 sollen jedes Jahr 20 neue Filialen hinzukommen.

Die Schweizer Nummer eins, Migros, hat alleine im Jahr 2003 ihre Ladenfläche um 3,5 Prozent auf 38 850 Quadratmeter gesteigert. Dies entspricht der Grösse von 43 Aldi-Märkten von 900 Quadratmetern. Coop wiederum schluckte die Warenhäuser EPA und Waro und baute ihre Position als Nummer zwei weiter aus.

"Lassen wir die beiden neuen Aussenseiter erst einmal kommen", sagt der Direktor der Swiss Retail Federation (SRF), Peter Saner. Zur SRF gehören unter anderem Loeb, die Bon appétit Group und Carrefour. Seiner Ansicht nach haben die Branchenriesen, wie die weltweite Nummer zwei Carrefour, das Geld, um die Herausforderung anzunehmen.

Preiskampf...

Laut Analyst Borelli könnte der Markt stärker aufgeteilt werden: Ein Kunde könnte sich künftig seine Kosmetik-Artikel bei Aldi, den Alkohol bei Denner und die Frischprodukte bei Migros oder Coop kaufen. Vorraussetzung: Es lasse sich in einer vernünftigen Zeit machen.

Verschärfen könnte sich der Preiskampf: Sollten die Lieferanten - Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie, Gemüsebauer und Landwirte - nicht ihre Margen senken, würden die Detailhändler unter dem Preiskrieg leiden. Beide Seiten könnten Federn lassen.

... und Kostendruck

Der Schweizer Detailhandel könne versuchen, die Kosten in den Läden zu senken - beispielsweise bei der Produktepräsentation. Es bestehe das Risiko, dass die Läden dadurch weniger attraktiv würden und die Kunden zu den Hard-Discounter abwanderten, sagt Borelli.

Bei den Löhnen gebe es dagegen kaum Spielraum: die Neuen müssen sich bei den Löhnen an die Schweizer Spielregeln halten: Dafür wollen die Gewerkschaften sorgen, wie unia-Zentralsekretärin Catherine Laubscher sagt.

(Philippe Gumy/sda)

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