Liu widmet Nobelpreis Tiananmen-Opfern

publiziert: Montag, 11. Okt 2010 / 07:20 Uhr
Der Nobelpreisträger Liu Xiaobo.
Der Nobelpreisträger Liu Xiaobo.

New York - Der diesjährige Friedensnobelpreisträger, der chinesische Dissident Liu Xiaobo, widmet die Auszeichnung nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation den Opfern des Massakers auf dem Pekinger Tiananmen-Platz 1989.

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Dies habe Liu seiner seiner Frau Liu Xia gesagt, als diese ihn im Gefängnis im nordostchinesischen Liaoning besucht habe, erklärte die in New York ansässige Organisation Human Rights in China (HRIC) am Sonntag.

«Dieser Preis ist den verlorenen Seelen vom 4. Juni gewidmet», zitierte Liu Xia demnach ihren Mann im Gespräch mit HRIC. Die Opfer des Massakers auf dem Platz des himmlischen Friedens hätten ihr Leben «für den Frieden, die Freiheit und die Demokratie» gegeben.

Demokratiebewegung

Am 4. Juni 1989 hatte die chinesische Regierung die Kundgebungen der Demokratiebewegung auf dem Tiananmen-Platz blutig niedergeschlagen lassen. dabei kamen hunderte, möglicherweise sogar tausende Menschen ums Leben.

Liu hatte damals an der Seite von weiteren Intellektuellen versucht, die Sicherheitskräfte zu beschwichtigen. Er wurde festgenommen und sass eineinhalb Jahre in Haft.

Im Dezember 2009 wurde Liu wurde wegen Untergrabung der Staatsgewalt zu elf Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er sich an der Verfassung und Verbreitung der sogenannten Charta 08, einem Aufruf zu umfassenden politischen Reformen in China, beteiligt hatte.

In Tränen ausgebrochen

Laut HRIC dauerte der Besuch von Liu Xia bei ihrem inhaftierten Mann etwa eine Stunde. Gegen Ende des Treffens sei der 54-jährige Dissident in Tränen ausgebrochen.

HRIC bekräftigte die Angaben einer anderen Menschenrechtsprganisation, dass Liu Xia nach dem Besuch bei ihrem Mann in Peking unter Hausarrest gestellt worden sei. «Beamte der Staatssicherheit hindern Liu Xia daran, mit Medien und ihren Freunden in Kontakt zu treten», erklärte HRIC.

Ihr sei gesagt worden, dass sie ihre Wohnung nur in Begleitung in einem Polizeiwagen verlassen dürfe. Am Sonntag hatte bereits die US-Menschenrechtsbewegung Freedom Now erklärt, Liu Xia stehe unter Hausarrest.

(ade/sda)

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