Lörracher Amoklauf war teilweise geplant
publiziert: Freitag, 24. Sep 2010 / 13:13 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Sep 2010 / 15:01 Uhr
Die Amokläuferin schiesste am vergangenen Sonntag in Lörrach um sich.
Die Amokläuferin schiesste am vergangenen Sonntag in Lörrach um sich.

Lörrach - Die Bluttat von Lörrach mit 4 Toten und 18 Verletzten war nach Erkenntnissen der Ermittler zumindest teilweise geplant. Ermittler fanden in der Wohnung der Täterin eine «aussergewöhnliche Menge» eines explosiven Gemischs: etwa 50 Liter Nitroverdünner sowie 10 bis 20 Liter Benzin und mehrere Liter Spiritus.

6 Meldungen im Zusammenhang
Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilten, hatte die 41-jährige Täterin ihre Wohnung damit am Sonntag in die Luft gejagt, nachdem sie dort ihren Ehemann und ihren fünfjährigen Sohn getötet hatte.

Ausserdem wurde bekannt, dass die Frau sich 2006 um eine Tätigkeit in der Verwaltung des Elisabethen-Spitals beworben hatte, in dem sie anschliessend um sich geschossen hatte. Sie wurde jedoch nicht angestellt.

Motiv: Frust

Das Motiv für die Tat liegt nach Einschätzung der Ermittler in persönlichem Frust. «Nach den vorliegenden Erkenntnissen kam die Täterin mit der Trennung von ihrem Ehemann und ihrem Kind schlecht zurecht. Sie hatte darüber hinaus Schwierigkeiten, beruflich Fuss zu fassen», hiess es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Der Ehemann hatte eine neue Freundin und sich im Juni von seiner Frau getrennt.

Auch soll die Täterin sich immer wieder an die Fehlgeburt erinnert haben, die sie 2004 im Elisabethen-Spital gehabt hatte. Nach verschiedenen Fehlgeburten habe sie vor etwa fünf Jahren Kontakt zu einem Psychotherapeuten gehabt. In dauerhafter Behandlung war sie aber wohl nicht, obwohl der Ehemann ihr dazu geraten habe.

Vier Sportwaffen

Die Frau hatte drei ihrer vier Sportwaffen bei einem Jäger verwahrt. Die Rechtsanwältin wollte eine Jagdausbildung beginnen. Die vierte Waffe, für die sie eine Berechtigungskarte hatte, nutzte sie für ihre Bluttaten.

Die Sportschützin hatte am Sonntag in Lörrach ihren Ehemann und den fünfjährigen Sohn getötet und dann ihre Wohnung nebst Kanzlei angezündet, in der sie zuvor grossflächig die brennbaren Flüssigkeiten verteilt hatte.

Pfleger beigesetzt

Dann lief sie um sich schiessend in die gegenüberliegende Klinik, wo sie einen 56 Jahre alten OP-Pfleger erschoss, der sich ihr in den Weg gestellt hatte. Der Mann wurde am Freitag beigesetzt.

Er hat wohl durch sein Eingreifen weitere Tote verhindert: Der Pfleger habe die Täterin bis zum Eintreffen der ersten Polizisten «für einen wesentlichen Zeitraum aufgehalten», hiess es. Die Frau selbst wurde später von der Polizei erschossen. Sie hatte mehr als 300 Schuss Munition dabei.

(ade/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lörrach - Die Ermittlungen zur ... mehr lesen
Das genaue Motiv der Täterin bleibe unklar.
Nichts deutete in Riehen auf ein Familiendrama hin.
Die kurz aufeinander folgenden ... mehr lesen 1
Lörrach - Vier Tage nach der Bluttat von Lörrach mit vier Toten und 18 Verletzten hat ... mehr lesen
Die Polizei sucht weiterhin nach dem Motiv für die Bluttat.
Lörrach - Die für die Bluttat von Lörrach verantwortliche Frau hat ihren fünfjährigen Sohn mit massiven Schlägen auf den Kopf betäubt und dann mit einer Plastiktüte erstickt. Dies teilte die Polizei am Dienstag unter Berufung auf die Obduktionsergebnisse mit. mehr lesen 
Tatort Elisabethenkrankenhaus: Hier tötete die Frau einen Pfleger äusserst brutal und schoss um sich.
Lörrach - Grund für den Amoklauf mit ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Lörrach - Bei der Frau, die am ... mehr lesen 2
Krankenwagen vor dem Tatort in Lörrach.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Angriffe auf KMU werden im kommenden Jahr ebenso zunehmen, wie die auf Städte und Gemeinden.
Die Angriffe auf KMU werden im ...
Konzentration auf Ransomware begünstigt Angriffe auf weniger geschützte Bereiche  Jena - Wenn die Kassen in Elektro-Flächenmärkten nicht mehr klingeln, im Strassenverkehrsamt keine Kfz zugelassen werden können oder Kliniken neue Patienten abweisen müssen - dann ist in der Regel ein Virus schuld. Dieser heisst jedoch nicht Corona, sondern beispielsweise Ransomware und verbreitet sich digital so schnell wie die Omikron-Variante. mehr lesen 
Spyware der israelischen Firma Candiru im Fokus der Ermittlungen  Jena - Die Forscher des europäischen IT-Sicherheitsherstellers ESET haben strategische Angriffe auf die Webseiten von Medien, Regierungen, Internet-Service-Providern und Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen aufgedeckt. Im Fokus stehen nach aktuellen Erkenntnissen Organisationen in Ländern des Nahen Ostens bzw. mit Verbindungen dorthin. mehr lesen  
Bern - Kriminellen Hackern ist es mutmasslich gelungen, eine Liste mit Namen von bis zu 130'000 Unternehmen zu entwenden, welche über die Plattform EasyGov im Jahr 2020 einen Covid-19-Kredit beantragt hatten. Weitere Daten ... mehr lesen
Die Angriffe auf Easygov.swiss erfolgten vom 10. bis 22. August 2021.
Homeoffice in der Pandemie begünstigte die Verbreitung von Malware.
Das Hauptangriffsziel für Cyber-Kriminelle bleibt weiterhin das E-Mail-Postfach ahnungsloser Nutzer oder Unternehmen. Der IT-Security-Anbieter ... mehr lesen  
Die zugrunde liegende Verbindung wurde geschlossen: Unerwarteter Fehler beim Senden..
Source: https://www1.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=19&col=COL_2_1
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich -2°C 3°C wolkig, wenig Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 0°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen -2°C 1°C wolkig, wenig Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern -5°C 3°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern -2°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf -1°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 0°C 11°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten