Lüthi wieder WM-Leader

publiziert: Sonntag, 16. Okt 2005 / 06:29 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 16. Okt 2005 / 12:19 Uhr

Nur zwei Wochen nach seinem Sturz vom WM-Thron ist Tom Lüthi wieder der temporäre König der 125-ccm-Klasse.

Wenn Tom Lüthi aus der Pole-Position startet, dann gewinnt er auch.
Wenn Tom Lüthi aus der Pole-Position startet, dann gewinnt er auch.
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Dem 19-jährigen Berner gelang beim GP Australien ein Start-Ziel-Sieg zu seinem vierten Saisonerfolg. Mika Kallio (Fi) wurde nur Fünfter.

224 Punkte liegen inzwischen auf Lüthis WM-Konto. Kallio (212) liegt zwölf Zähler hinter dem Schweizer. Der WM-Dritte Gabor Talmacsi (Un), der zuletzt in Katar seinem KTM-Kollegen Kallio Punkte klaute, wurde in Australien nur Siebter und kann mit seinen 165 Punkten nicht mehr Weltmeister werden. Lüthi liegt bereits ausser Reichweite von Talmacsi; in den beiden letzten WM-Rennen sind nur noch maximal 50 Punkte zu holen.

Wenn Tom Lüthi aus der Pole-Position startet, dann gewinnt er auch. Diese Regel hielt der Honda-Fahrer auch in Australien ein. «Das ist schon etwas unheimlich, dass ich immer aus der Pole-Position gewinne», strahlte Lüthi, «aber es ist nur Zufall.» Darauf kann ich mich nun wirklich nicht verlassen.«

Taktik: Vorne weg fahren

Nach dem Start lag Lüthi nur kurz an dritter Stelle, überholte aussen aber wieder die vor ihm liegenden Fahrer und setzte sich gleich an die Spitze. Lüthis Taktik war klar: Der 19-jährige Emmentaler wollte sich so schnell wie möglich vom Rest des Feldes absetzen - genauso, wie er es bei seinem ersten Karriere-Sieg im vergangenen Mai in Le Mans (Fr) getan hatte.

Die Freude über den weiteren Sieg war beim Berner jedenfalls riesig. Auf seiner Ehrenrunde hielt Lüthi seine Hand in die Kamera und zählte seine vier Siege an den Fingern ab.

In »Down Under« lief alles zugunsten des Schweizers. Bereits nach der ersten Runde wies Lüthi einen Vorsprung von einer Sekunde auf den Rest des Feldes auf. »Ich war schon etwas erstaunt, dass ich nach so kurzer Zeit einen so grossen Vorsprung hatte«, so Lüthi. Nach 14 von 23 Runden betrug Lüthis Zeitpolster fast fünf Sekunden.

Dass sich dieser Vorsprung bis zum Ziel halbierte, war für Lüthi leicht zu erklären: »Es war nicht ganz so einfach, sich hundertprozentig zu konzentrieren. Vor allem nicht auf dieser schnellen und anspruchsvollen Strecke.« Der Circuit auf Phillip Island war der einzige der aktuellen WM-Orte, an welchem der Elit-Fahrer seit seinem WM-Einstieg 2002 nie punkten konnte.

Kallio in Verfolgergruppe gefangen

Während Lüthi vorne einsam seine Runden drehte, sah sich sein grösster WM-Konkurrent Kallio in einer Verfolgergruppe gefangen, die sich zeitraubende Zweikämpfe lieferte. Der KTM-Fahrer versuchte verzweifelt, aus der Gruppe auszubrechen und sich ans Hinterrad von Lüthi zu heften.

Der Finne setzte sich sechs Runden vor Schluss an die Spitze der Verfolgergruppe, konnte sich aber nicht absetzen. In der letzten Runde überholten ihn sogar noch die beiden Italiener Marco Simoncelli und Mattia Pasini sowie der Japaner Tomoyoshi Koyama, der als Zweiter vor Simoncelli erstmals aufs Podest fuhr.

Sogar Talmacsi lag kurz vor dem Ziel vor Kallio; um wohl zusätzlichen Ärger wegen der Stallorder zu vermeiden, reihte sich der Ungare hinter seinem Teamkollegen ein. Kallio stand damit erstmals seit Juli und dem Grand Prix in Donington (Gb) nicht mehr auf dem Podest.

Sofortige Weiterreise nach Istanbul

Nach dem Rennen ging der Stress für Lüthi erst richtig los: Kaum aus der Dusche gestiegen, musste er bereits wieder die Koffer packen. Noch am Renntag flog das Elit-Team nach Istanbul, wo am nächsten Sonntag der zweitletzte Grand Prix der Saison stattfindet. Der Titelkampf wurde inzwischen auf ein Duell zwischen Lüthi und Kallio reduziert. Im Gegensatz zu Kallio kennt der Schweizer die neue Strecke in Istanbul, weil er während des Formel-1-Grand-Prix im August den Circuit als Gast des Sauber-Teams besichtigen konnte. Ob dies den weltmeisterlichen Ausschlag gibt, wird sich noch zeigen.

Resultate 125 ccm
1. Tom Lüthi (Sz), Honda 2. Tomoyoshi Koyama (Jap), Honda 3. Marco Simoncelli (It), Aprilia Ferner: 5. Mika Kallio (Fi), KTM

WM-Stand nach 14 von 16 Rennen
1. Lüthi 224. 2. Kallio 212. 3. Gabor Talmacsi (Un), KTM, 165.

(fest/Si)

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