Lugano will heute Davos entthronen

publiziert: Montag, 3. Apr 2006 / 08:10 Uhr / aktualisiert: Montag, 3. Apr 2006 / 09:19 Uhr

Mit dem Playoff-Final zwischen Lugano und Davos erlebt die Nationalliga A ab heute Montag (20.15/SF 2) voraussichtlich eine hochklassige Serie, die sich extrem ausgeglichen ankündigt.

Lässt sich Luganos Topscorer Metropolit stoppen?
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Wenn auch vor der Meisterschaft die meisten Experten Bern oder/und die ZSC Lions in ihre Finalprognosen eingeschlossen hatten, so ist der Showdown zwischen Tessinern und Bündnern doch ein logischer Final: Lugano steht zum sechsten Mal in den letzten acht Meisterschaften im Final, Titelverteidiger Davos hat das Endspiel in den letzten fünf Saisons nur einmal verpasst.

Unterschiedliche Wege

Der Weg, den beide Teams einschlugen, um den Final zu erreichen, hätte unterschiedlicher nicht sein können. Davos wurde in den Playoffs nie richtig gefordert und gewann die Serien gegen Aufsteiger Basel und das erstmals so weit vorgestossene Rapperswil-Jona jeweils ungefährdet 4:1. Die beiden einzigen Niederlagen können getrost als Betriebsunfall abgetan werden, die Reaktion fiel jeweils beeindruckend aus (unter anderem mit 15:2 Toren aus den nächsten beiden Partien gegen Basel). Del Curto zeigte sich aber ob der Spielweise seines Teams in den letzten beiden Monaten (nach dem Champions Cup in St. Petersburg) wiederholt verärgert und fordert eine klare Leistungssteigerung.

Lugano brauchte hingegen nicht weniger als 12 Matches in 24 Tagen, um den 12. Finaleinzug Tatsache werden zu lassen. Allerdings sind auch die «Bianconeri» seit längerem in Hochform: Seit dem 0:3-Rückstand gegen Ambri-Piotta und der gemäss vielen Insidern längst fälligen Entlassung von Larry Huras hat der «Lugano-Express» doch noch Fahrt aufgenommen. Lugano gewann zuletzt acht von neun Partien, setzte sich gegen Kloten sicher 4:1 durch und spielte sich phasenweise in einen Rausch.

Zum Vorteil könnte den Langsamstartern aus dem Tessin gereichen, dass Davos zuerst wohl eine Weile braucht, um sich an den höheren Rhythmus gegenüber den beiden ersten Serien zu gewöhnen. Sandy Jeannin fordert für heute jedenfalls einiges: «Wir müssen unbedingt einmal gut starten.»

Viele Parallelen

Die beiden Equipen lieferten sich schon in der Qualifikation ausgeglichene Duelle -- Davos holte fünf von acht möglichen Punkten -- und auch jetzt dürften Details entscheiden. Beide Teams verfügen über einen Playoff-Final tauglichen Goalie (Ronnie Rüeger vs. Jonas Hiller), haben eine solide Abwehr und vier ausgeglichene Sturmlinien. Während dies unter Arno del Curto normal ist, gilt es dem jetzigen Lugano-Trainerduo Ivano Zanatta/Harold Kreis gerade in diesem Bereich ein Kränzchen zu winden. Unter ihnen sind Spieler wie Régis Fuchs oder Andy Näser wieder aufgeblüht und lieferten zuletzt sehr wertvolle Leistungen ab. «Die Techniker haben dem ganzen Team Vertrauen zurückgegeben. Wir haben nun vier Linien, die fähig sind, Tore zu erzielen, aber auch gut zu verteidigen», so der polyvalente Jeannin, der je nach Bedarf als Stürmer oder Verteidiger eingesetzt wird.

Schweizer: Vorteil Davos

Beide Teams verfügen über hervorragende Schweizer. Doch während bei Lugano mit Ausnahme von Jeannin viele Elemente erst in der Schlussphase ihr Potenzial abrufen konnten (Näser, Fuchs, Kevin Romy, Sébastien Reuille), stellt der HCD eine über längere Zeit gewachsene Schweizer Fraktion. Die Gebrüder Von Arx, Abwehrpatron Marc Gianola, Skorer Michel Riesen (25 Tore), Defensivcenter Sandro Rizzi, der einzige Olympia-Teilnehmer Andres Ambühl oder der pfeilschnelle Peter Guggisberg können an guten Tagen allesamt die Differenz machen, hinzu kommt der von Langnau während der Saison verpflichtete Loïc Burkhalter.

Ausländer: Vorteil Lugano

Während der Lockout-Saison waren die Davos-Ausländer (Joe Thornton, Rick Nash, Niklas Hagman, Josef Marha) massgeblich am Titelgewinn beteiligt. Von ihnen ist nur noch der Tscheche Marha da, der nach wie vor enorm wichtige Arbeit verrichtet. Neben ihm sollen Landon Wilson (31 Tore, aber zuletzt nicht immer in Topform), Riku Hahl, Schweiz-Rückkehrer Patrik Juhlin und Offensiv-Verteidiger Brett Hauer für die notwendigen Impulse sorgen. Luganos Offensiv-Quintett scheint eher stärker: Verteidiger Jason York ist rechtzeitig zu einem sicheren Wert geworden, von den drei finnischen Olympia-Silbermedaillengewinnern Ville Peltonen, Petteri Nummelin und Jukka Hentunen überzeugen erstere beide und last but not least verfügt Lugano mit Topskorer Glen Metropolit über den wohl spektakulärsten Spieler der ganzen Liga. Der Kanadier, der das Team (und die Liga) leider -- auch aus der neutralen Warte eines klubunabhängigen Eishockeyfans betrachtet -- nach nur einem Jahr wohl wieder verlassen wird, ist in praktisch jeder Spielphase das Eintrittsgeld alleine wert.

Metropolit vs. Von Arx?

Angesichts der Ausgeglichenheit der beiden Teams könnte vieles davon abhängen, ob Davos die Paradeformation der Tessiner (Ryan Gardner, Metropolit, Peltonen) in den Griff bekommt. Der richtige Mann, um den Kanadier und Konsorten in den Griff zu bekommen, wäre wohl Reto von Arx, zusammen mit Metropolit eh der beste Unterzahl-Spieler der Liga. Spektakel scheint in jedem Fall garantiert.

Der Weg der beiden Teams in den Final: Viertelfinal: LUGANO (2.) - Ambri-Piotta (7.) 4:3. -- Lugano - Ambri 3:4 (0:0, 2:1, 1:2, 0:1) n.V. Ambri - Lugano 3:0 (0:0, 2:0, 1:0). Lugano - Ambri 4:5 (2:1, 2:2, 0:2). Ambri - Lugano 4:5 (1:0, 1:2, 2:2, 0:1) n.V. Lugano - Ambri 2:1 (1:1, 1:0, 0:0). Ambri - Lugano 2:5 (0:3, 2:0, 0:2). Lugano - Ambri 5:1 (2:0, 2:0, 1:1).

Halbfinal: LUGANO (2.) - Kloten (8.) 4:1. -- Lugano - Kloten 2:2 (0:1, 1:1, 1:0, 0:0) n.V., 2:3 n.P. Kloten - Lugano 4:6 (2:1, 0:2, 2:3). Lugano - Kloten 3:0 (0:0, 2:0, 1:0). Kloten - Lugano 2:3 (1:0, 1:1, 0:2). Lugano - Kloten 5:0 (0:0, 2:0, 3:0)

Viertelfinal: DAVOS (3.) - Basel (6.) 4:1. -- Davos - Basel 5:2 (2:1, 2:1, 1:0). Basel - Davos 3:1 (0:0, 2:0, 1:1). Davos - Basel 10:1 (4:0, 4:0, 2:1). Basel - Davos 2:5 (1:1, 0:3, 1:1). Davos - Basel 3:2 (0:0, 2:2, 1:0)

Halbfinal: DAVOS (3.) - Rapperswil-Jona Lakers (4.) 4:1. -- Davos - Rapperswil-Jona Lakers 4:2 (2:0, 2:1, 0:1). Rapperswil-Jona Lakers - Davos 2:5 (0:2, 1:2, 1:1). Davos - Rapperswil-Jona Lakers 2:4 (1:1, 0:1, 1:2). Rapperswil-Jona Lakers - Davos 1:3 (0:0, 1:2, 0:1). Davos - Rapperswil-Jona Lakers 5:0 (2:0, 1:0, 2:0).

(von Marco Keller/Si)

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