Raffiniert

Mafia-Bande ergaunert Millionen mit Versicherungsbetrug

publiziert: Freitag, 26. Jul 2013 / 16:28 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Jul 2013 / 22:31 Uhr
Eine Mafia-Bande in Süditalien hat der Polizei zufolge jedes Jahr Hunderte Autounfälle vorgetäuscht. (Symbolbild)
Eine Mafia-Bande in Süditalien hat der Polizei zufolge jedes Jahr Hunderte Autounfälle vorgetäuscht. (Symbolbild)

Rom - Bei zwei Grossrazzien ist die italienische Polizei gegen die Mafia in Rom und Kalabrien vorgegangen. Der Einsatz in der Hauptstadt sei mit 45 Festnahmen «einer der grössten jemals in Rom» gewesen und habe der dortigen Mafiazelle einen «tödlichen Stoss» versetzt, erklärte die Polizei am Freitag.

2 Meldungen im Zusammenhang
Bei der "Operation Neues Morgengrauen" in Rom und dem Vorort Ostia seien 51 Menschen im Visier gewesen, teilte Polizeisprecher Mario Viola mit. Sechs von ihnen seien bereits in Gewahrsam gewesen, 45 wurden festgenommen.
Der Einsatz richtete sich gegen zwei grosse Mafia-Clans aus Rom und Sizilien, die Familien Fasciani und Triassi, wie Einsatzleiter Renato Cortese erläuterte. Diese hätten sich in einer Art "pax mafiosa" ihre Einflussgebiete untereinander aufgeteilt, in denen sie jeweils ungestört ihren verbotenen Geschäften nachgingen.

Die Vorwürfe reichen von Drogenhandel und Wuchergeschäften über Schutzgelderpressung bis zum Manipulieren von Spielautomaten. Rund 500 Polizeibeamte waren im Einsatz, darunter die Wasserschutzpolizei, Hundestaffeln sowie ein Helikopter.

Die Ermittlungen reichten bis nach Spanien: Auf der Insel Teneriffa wurde einer der Köpfe der Triassi-Familie gefasst, zwei weitere mutmassliche Mafiosi wurden in Barcelona festgenommen.

Autounfälle vorgetäuscht

Die Razzia im kalabrischen Lamezia Terme im Süden des Landes richtete sich der Polizei zufolge gegen Angehörige des 'Ndrangheta-Clans. Die Mafia-Bande habe jedes Jahr Hunderte Autounfälle vorgetäuscht und damit Millionensummen für Waffen und Drogen eingenommen. Am gross angelegten Betrug seien Versicherungsmakler, Ärzte, Anwälte und Automechaniker beteiligt gewesen.

Gegen 70 Verdächtige wurden Haftbefehle ausgestellt, unter anderem wegen Versicherungsbetrugs. Die Polizei habe bei Razzien nach ihnen gefahndet, sagte der zuständige Ermittlungsleiter Rodolfo Ruperti am Freitag. Pro Jahr soll die Bande deutlich mehr als eine Million Euro erschwindelt haben.

Betroffen von dem Betrug ist den Angaben zufolge eine örtliche Tochter der Zurich Insurance Group. Das Unternehmen erklärte, es äussere sich nicht zu laufenden Ermittlungen.

Über 20 Morde in Auftrag gegeben

Der Chef der Mafia-Organisation, der 32-jährige Giuseppe Giampa, wird verdächtigt, von 2005 bis 2011 mehr als 20 Morde in einem Bandenkrieg angeordnet zu haben. Die Ermittler erzielten nach Polizeiangaben einen Durchbruch, als Giampa zum Informanten wurde. Warum er dies tat, teilte die Polizei nicht mit.

Die 'Ndrangheta gilt als gefährlichste der vier grossen Mafia-Organisationen und hat ihre Aktivitäten von Kalabrien aus nach Norditalien ausgeweitet. Sie wird aber auch mit Verbrechen in West- und Nordeuropa und sogar Amerika und Australien in Verbindung gebracht. Die anderen Zweige sind die Cosa Nostra (Sizilien), die Camorra (Neapel) und die Sacra Corona Unita (Apulien).

(tafi/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - Die italienische Polizei hat einen Grosseinsatz gegen die ... mehr lesen
Der italienischen Polizei gelang es, weitere 90 Verhaftung im Kampf gegen das organisierte Verbrechen zu machen. (Archivbild)
Die 13 Angeschuldigten sollen im Rauschgift- und Waffenschmuggel tätig gewesen sein, die auf der Achse Zürich-Tessin-Italien operiert habe. (Symbolbild)
Bellinzona - Die Bundesanwaltschaft (BA) hat beim Bundesstrafgericht erneut Anklage gegen 13 mutmassliche Mitglieder der 'Ndrangheta erhoben. Eine erste Anklage in dieser Sache hatten ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Angriffe auf KMU werden im kommenden Jahr ebenso zunehmen, wie die auf Städte und Gemeinden.
Die Angriffe auf KMU werden im ...
Konzentration auf Ransomware begünstigt Angriffe auf weniger geschützte Bereiche  Jena - Wenn die Kassen in Elektro-Flächenmärkten nicht mehr klingeln, im Strassenverkehrsamt keine Kfz zugelassen werden können oder Kliniken neue Patienten abweisen müssen - dann ist in der Regel ein Virus schuld. Dieser heisst jedoch nicht Corona, sondern beispielsweise Ransomware und verbreitet sich digital so schnell wie die Omikron-Variante. mehr lesen 
Die Angriffe auf Easygov.swiss erfolgten vom 10. bis 22. August 2021.
Bern - Kriminellen Hackern ist es mutmasslich gelungen, eine Liste mit Namen von bis zu 130'000 Unternehmen zu entwenden, welche über die Plattform EasyGov im Jahr 2020 einen ... mehr lesen  
Das Hauptangriffsziel für Cyber-Kriminelle bleibt weiterhin das E-Mail-Postfach ahnungsloser Nutzer oder Unternehmen. Der IT-Security-Anbieter ... mehr lesen  
Homeoffice in der Pandemie begünstigte die Verbreitung von Malware.
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 13°C 20°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 13°C 22°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 13°C 17°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
Bern 13°C 21°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 14°C 19°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Genf 14°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 18°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten