Montreux Jazz Festival 2000:

Magere Kost am Jazz Festival von Montreux

publiziert: Sonntag, 9. Jul 2000 / 17:44 Uhr

Montreux VD - Wenig Erstaunliches gab es bislang am 34. Jazz Festival in Montreux zu sehen, dafür sind die Verkäufe bislang äusserst erfreulich: Die ersten drei Abende waren ausverkauft.

120 Franken kostete das Ticket für den Samstagabend auf dem Schwarzmarkt. Diese Verdoppelung des offiziellen Preises hatte für das Gebotene indes keine Berechtigung.

Die britische Soulsängerin Macy Gray sah man seit dem durchschlagenden Erfolg ihres Debütalbums «On How Life Is» bereits zweimal dieses Jahr in der Deutschschweiz, auch wenn sie sich dieses Mal besser bei Stimme befand. Der Afrikaner Salif Keita, oft Gast am Genfersee, gefiel mit einer soliden Vorstellung seines geschmeidigen Jazzrocks, in den er afrikanische Rhythmen einfliessen liess.

Bonmots über Rassendiskriminierung

Einzig Meshell Ndegéocello (Suaheli für «frei wie ein Vogel»), die amerikanische Bassistin und Sängerin, war in Montreux bislang noch nie so relaxed zu erleben. Wie gewohnt gab sie ihre Bonmots über Rassendiskriminierung und Sexualität zum Besten und pflegte mit ihrer routinierten Band diesmal eine verschleppte Version des jazzigen Soul-Funk in Anlehnung an ihr letztes Album «Bitter».

Keine News hingegen gab es beim Auftaktabend: Die «Blues Brothers Band» nudelte ihren Good Time Blues herunter wie seit Jahren, und Eddie Floyd durfte nochmals für seinen einzigen Hit «Knock On Wood» hinterm Mikrophon shaken.

«Huey Lewis And The News»: nichts Neues

Mit «Huey Lewis And The News» erklomm gar ein Künstler die Bühne, der derzeit überhaupt keinen Plattenvertrag besitzt. Immerhin war es sympathisch, wie er engagiert seine Liebes-Hits von «Power Of Love» bis «Hip To Be Square» sang, als seien heute noch die optimistischen achtziger Jahre.
Die ausverkaufte Halle indes tobte. Als dann aber der Ausnahmegitarrist Joe Satriani gegen 01.00 Uhr morgens antrat, um seinen kraftvoll-hymnischen Instrumentalrock zu spielen, war das Gros der Leute bereits nach Hause gepilgert.

Wenig Rebellisches

Bislang sind dieses Jahr wahrlich noch kaum Zeichen gesetzt worden in Montreux: Auch in der kleinen Miles Daivs Hall, wo sich traditionellerweise die Avantgarde ein Stelldichein gibt, kam es am Freitag zu einer wenig inspirierenden Reggaenacht mit «The Abyssinians», Horace Andy und Andy Rebel.

Und auch am Samstag gabs wenig Rebellisches: Zwar waren die Erwartungen gross, den französischen Elektronik-Produzenten Ludovic Navarre alias St. Germain zu erleben, dem mit seinem Album «Tourist» auf dem renommierten Jazz-Label Blue Note eine der sinnlichsten und wärmsten Platten des Jahres gelang. Doch obwohl er eine ganze Jazztruppe zusammengetrommelt hatte und mittels einer Rhythmuscombo Tanzbeats und Latingrooves einfliessen liess, blieb der Livesound doch weit hinter der Platte zurück.

Hommage an Gainsbourg

Immerhin liefen am Samstagabend zwei Konzerte ab, auf die Montreux im Rückblick stolz sein darf: Da war erstens die Hommage an den grossen französischen Chansonnier und Schauspieler Serge Gainsbourg. Durch den Abend führte seine ehemalige Partnerin Jane Birkin, Gäste wie Salif Keita, George Duke oder die grossartige Ute Lemper (zu erleben ausserdem am Dienstag, 11. Juli) gaben sich die Ehre. Und der Japaner Ryuichi Sakamoto bewies, wie innovativ sein Schaffen zwischen Klassik, Techno und Filmmusik ist.

(ba/sda)

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