Vielversprechende Erkenntnisse
Malaria: Immune Kinder als Schlüssel für Impfstoff
publiziert: Samstag, 24. Mai 2014 / 23:26 Uhr
Der entdeckte Antikörper verhindert die Ausbreitung des Parasiten im Körper.(Archivbild)
Der entdeckte Antikörper verhindert die Ausbreitung des Parasiten im Körper.(Archivbild)

Providence - Eine Gruppe von Kindern in Tansania, die natürlich gegen Malaria immun ist, hilft derzeit Wissenschaftlern des Center for International Health Research at Rhode Island Hospital bei der Entwicklung eines neuen Impfstoffes.

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Das Team um Jake Kurtis hat herausgefunden, dass es möglich ist, einen Antikörper herzustellen, der den Malariaparasiten angreift.

Tests mit Mäusen erfolgreich

Das Injizieren einer Form dieses Antikörpers schützte Mäuse vor der Krankheit. Die Wissenschaftler schreiben in Science, dass in einem nächsten Schritt Tests mit Primaten und Menschen notwendig sind, um das Potenzial des neuen Impfstoffes näher zu erforschen. Kurtis geht jedoch davon aus, dass der neue Impfstoff gute Erfolgschancen hat. «Der Malariaparasit hatte Millionen Jahre Zeit, sich auf die Immunreaktionen des Menschen einzustellen und sich entsprechend anzupassen.»

Am Anfang der Studie stand eine Gruppe von 1.000 Kindern, denen in den ersten Lebensjahren regelmässig Blutproben abgenommen wurden. Sechs Prozent dieser Kinder entwickelten - obwohl sie in einem Malariagebiet lebten - eine natürlich erworbene Immunität gegen die Krankheit. «Es gibt Menschen, die resistent werden und Menschen, bei denen das nicht stattfindet. Wir haben nach den spezifischen Antikörpern gesucht, über die resistente Kinder verfügen», erläutert Kurtis.

Vielversprechende Erkenntnisse

Es zeigte sich, dass ein Antikörper den Malariaparasiten in einem entscheidenden Stadium seiner Entwicklung angreifen kann. Er sperrt den winzigen Organismus im Inneren der roten Blutkörperchen ein und verhindert so eine Ausbreitung im Körper. Tests mit einer geringen Anzahl von Mäusen legen nahe, dass dieser Antikörper als Impfstoff in Frage kommen könnte. «Die geimpften Mäuse überlebten mehr als zwei Mal so lange. Die Anzahl der Parasiten im Blut war bis um das Vierfache geringer.»

Diese Ergebnisse sind laut den Wissenschaftlern zwar vielversprechend, weitere Forschungen seien jedoch unbedingt notwendig. Denn laut Kurtis liefern die vorliegenden Daten keine Hinweise auf mögliche Probleme. Eine Studie mit Affen und in einem nächsten Schritt klinische Tests mit Menschen seien somit unbedingt erforderlich, um die Arbeit fortzuführen.

Impfstoff bereits vor Zulassung

Die Studie gehört zu Forschungsprojekten, die die Entwicklung eines Impfstoffes zum Ziel haben. Am weitesten fortgeschritten ist der Impfstoff RTS, S von GlaxoSmithKline http://gsk.com . Das Pharmaunternehmen hat bereits um die Zulassung angesucht.

Klinische Phase-III-Studien haben gezeigt, dass das Medikament die Anzahl der Erkrankungen bei kleinen Kindern fast halbieren konnte. Bei Säuglingen verringerte sich die Anzahl der Erkrankungen um rund ein Viertel. Aktuelle Zahlen der Weltgesundheitsorganisation gehen davon aus, dass 2012 mehr als 600.000 Menschen an den Folgen von Malaria gestorben sind.

(ig/pte)

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