Managerlohnstudie entlarvt Abzocker

publiziert: Montag, 23. Jun 2008 / 10:45 Uhr / aktualisiert: Montag, 23. Jun 2008 / 14:04 Uhr

Bern - In der Schweiz hat sich der Graben zwischen den Manager-Salären und den Niedriglöhnen laut Travail.Suisse im vergangenen Jahr weiter geöffnet. Nun fordert sie Massnahmen, um «die Lohnexzesse auf den Teppichetagen» zu beenden.

Manager sahnen vor allem bei der Helvetia Patria ab.
Manager sahnen vor allem bei der Helvetia Patria ab.
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Die Löhne der Führungskräfte von 24 börsenkotierten Schweizer Firmen sowie Post, Ruag, Coop und Migros seien 2007 unter dem Strich stark gestiegen, stellt die Dachorganisation der Arbeitnehmenden in ihrer Studie fest.

Bei 14 von 24 Unternehmen erhöhte sich der Lohn der bestbezahlten Führungskraft. Massiv mehr verdienten beispielsweise der Chef des Baukonzerns Implenia, Christian Bupp (+60 Prozent auf 2,4 Mio. Franken) oder Erich Walser, welcher den Versicherungskonzern Helvetia führt (+87 Prozent auf 2,63 Mio. Franken).

Abstand zu Durchschnittslöhnen wird grösser

Noch deutlicher ist der Trend laut Travail.Suisse, wenn die Löhne sämtlicher Geschäftsleitungsmitglieder betrachtet werden: In 18 der 28 Firmen nahm der Abstand zwischen ihren Durchschnittslöhnen und den jeweils tiefsten Löhnen im Unternehmen zu. Beim Spitzenreiter, der Helvetia, erhöhte sich der Abstand um knapp 70 Prozent.

Die Lohnexzesse gingen ungebremst weiter, stellte der designierte Travail-Suisse-Präsident Martin Flügel vor den Medien in Bern fest. Seit 2002 hätten sich die Löhne des Topmanagements in den untersuchten Firmen um 80 Prozent erhöht - die der Arbeitnehmenden real aber nur um 2,8 Prozent und die Mindestlöhne um rund 5 Prozent.

Für Einführung von Fixlöhnen

Die Organisation unterstüzte deshalb «ideell» die «Abzocker-Initiative», welche die Vergütung der Manager beschränken will. Ein Thema für Travail.Suisse ist zudem die Einführung von Fixlöhnen für Topmanager sowie Arbeitnehmenden-Vertretungen in den Verwaltungsräten.

Die Dachorganisation pocht schliesslich auf deutliche Lohnerhöhungen für gewöhnliche Angestellte und Arbeitnehmende. Prozentual müssten die Lohnerhöhungen gleich hoch ausfallen wie die der Chefs. Konkrete Lohnforderungen für die Verhandlungen im kommenden Herbst wird Travail.Suisse Anfang August präsentieren.

(rr/sda)

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