Ausbildungsstrategien
Mangel an Pflegepersonal in Westschweiz kleiner als in Deutschschweiz
publiziert: Mittwoch, 2. Okt 2013 / 09:41 Uhr
In der Langzeitpflege, zu der etwa die Pflege von betagten Menschen zählt, herrscht nach wie vor ein Fachkräftemangel.(Symbolbild)
In der Langzeitpflege, zu der etwa die Pflege von betagten Menschen zählt, herrscht nach wie vor ein Fachkräftemangel.(Symbolbild)

Bern - Der Mangel an Pflegepersonal ist in der Westschweiz weniger stark ausgeprägt als in der Deutschschweiz. Ein Grund für diesen Unterschied sieht der Berufsverband in den unterschiedlichen Ausbildungsstrategien.

6 Meldungen im Zusammenhang
In der Romandie werden Pflegefachpersonen mehrheitlich an den Fachhochschulen ausgebildet. Dadurch sei die Attraktivität der Pflegeberufe gewährleistet, sagte Brigitte Neuhaus, Leiterin der Abteilung Bildung beim Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner.

Die Zahl der Studierenden sei geradezu explodiert, sagte Neuhaus auf Anfrage. Sie bestätigte damit Schätzungen einer Lausanner Privatschule von vergangener Woche. Demnach verzeichneten die Westschweizer Fachhochschulen im Bereich Gesundheit zu Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres eine Zunahme von 10 Prozent bei der Zahl der Studierenden.

Gemäss Neuhaus sind die Probleme aber auch in der Romandie noch nicht behoben. In der Akutpflege könne die Nachfrage zwar gedeckt werden. In der Langzeitpflege, zu der etwa die Pflege von betagten Menschen zählt, herrsche aber nach wie vor ein Mangel an Fachkräften.

In der Deutschschweiz, wo die meisten Pflegefachpersonen in Höheren Fachschulen ausgebildet werden, präsentiert sich die Situation gemäss Neuhaus aber noch besorgniserregender. Ausbildungsplätze blieben leer und die Nachfrage könne in keinem der Pflegebereiche gedeckt werden.

Strategie erfolgreich umgesetzt

Ende der 1990er Jahre hatten die kantonalen Gesundheitsdirektoren entschieden, dass die Diplomausbildung für die Pflege auf der Tertiärstufe angesiedelt werden soll. Pflegefachpersonen sollten also im Rahmen der höheren Berufsbildung oder an Hochschulen ausgebildet werden.

Die Kantone der Romandie entschieden dann 2002, Pflegefachpersonen nur noch an den Fachhochschulen auszubilden. Voraussetzung ist also in der Regel ein Maturitätszeugnis. Diese Strategie ist nach Angaben des Pflegeverbandes heute erfolgreich umgesetzt.

In der Deutschschweiz hingegen werden seit 2006 rund 90 Prozent der Pflegefachpersonen auf der Tertiärstufe B, also in den Höheren Fachschulen, ausgebildet. Dafür reicht eine berufliche Grundausbildung. Nur fünf bis zehn Prozent besuchen eine Fachhochschule. Im Tessin werden vier von zehn Pflegepersonen an der Fachhochschule ausgebildet.

Neben der Ausbildung bestehen aus der Sicht von Brigitte Neuhaus aber noch weitere Baustellen. Zahlreiche Studien würden belegen, dass etwa vorteilhaftere Arbeitsbedingungen für Frauen dazu beitragen könnten, die Pflegepersonen länger im Beruf zu halten.

(asp/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Pflegefachpersonen sollen mehr Entscheide in Eigenregie fällen ... mehr lesen
Heute können Pflegeheime ohne Anordnung eines Arztes nicht direkt mit der Krankenkasse abrechnen.
In den Spitälern herrscht Personalmangel.
Bern - Viele gut ausgebildete ... mehr lesen
Bern - Der Fachkräftemangel ist laut ... mehr lesen 9
Fachkräfte fehlen unter anderem auch in Management-Berufen. (Symbolbild)
Viele Pfleger und Pflegerinnen denken ans Aufhören.
Neuenburg - Eine von Psychologen der Universität Neuenburg durchgeführte Studie kommt zum Schluss, dass das Westschweizer Pflegepersonal grundsätzlich zufrieden ist mit seinen Arbeitsbedingungen. ... mehr lesen
Bern - Die Schweiz soll selber mehr Gesundheitspersonal ausbilden und ... mehr lesen
Die Schweiz bangt um genügend Gesundheitspersonal.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Bestand an Gesundheitsfachkräften in Schweizer Spitälern wuchs von 2002 bis 2008 von 104'000 auf knapp 119'000.
Neuenburg - Die Schweiz bildet ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist in den vergangenen Jahren derart stark gewachsen.
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist in den ...
Publinews Ein gesunder Lebensstil ist in unserer hektischen immer wichtiger geworden. Um so einen Lebensstil pflegen zu können, ist Planung notwendig. Je detaillierter und konkreter so ein Plan aussieht, desto leichter lässt er sich dann auch in die Tat umsetzen. mehr lesen  
Publinews Wer von Natur aus, wegen einer Krankheit oder eines Unfalls keine ästhetischen Brüste hat, kann darunter stark leiden. Um das Schönheitsideal zu erfüllen, können ... mehr lesen  
Ob Schönheitsoperationen notwendig sind, liegt im Auge des Betrachters.
Publinews Wer kennt das nicht? Man hat einen anstrengenden Tag hinter sich und als Belohnung wartet der Heisshunger auf Süsses auf ... mehr lesen  
Wer kennt das nicht: Heisshunger auf etwas Süsses?
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 13°C 18°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 12°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen 11°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Bern 12°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 13°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Genf 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten