Masern-Hochburg Luzern will Schulimpfung
publiziert: Dienstag, 10. Mrz 2009 / 11:57 Uhr

Luzern - Information und Schulimpfungen: Mit diesen Mitteln will die Luzerner Regierung gegen die im Kanton massenhaft auftretenden Masern vorgehen, wie er im Kantonsrat erklärte.

Die Nebenwirkungen der Impfung gelten als weniger gefährlich als die Krankheit.
Die Nebenwirkungen der Impfung gelten als weniger gefährlich als die Krankheit.
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Nirgends in der Schweiz findet das Masern-Virus so gute Lebensbedingungen wie im Kanton Luzern. Seit November 2006 wurden fast 1000 Masernfälle registriert. Über ein Drittel der im 2009 in der Schweiz an Masern Erkrankten waren Luzerner.

Luzern sei weltweit gesehen ein Masern-Hotspot, sagte Gesundheitsdirektor Markus Dürr. Die Masern hätten in Luzern epidemische Ausmasse angenommen. Wer nicht impfe, profitiere von den Geimpften und gefährde die Anderen.

Die Krankheit sei nicht harmlos, hielt der Regierungssrat fest. Von den 1000 seit November 2006 registrierten Masernpatienten hätten 77 Komplikationen erlitten. 33 seien ins Spital eingeliefert worden.

Viele Impfkritiker

Der Regierungsrat erklärt den Sonderfall Luzern damit, dass es hier besonders viele Impfkritiker gebe. Dabei könnten die Masern wie die Pocken mit konsequentem Impfen ausgerottet werden. Danach könnte auf das Impfen verzichtet werden.

Allerdings ist auch die Prävention ungenügend. Als die Krankenkassen die Kosten fürs Impfen übernahmen, wurde das Schulimpfen abgeschafft. Das sei ein Fehler gewesen, sagte Dürr und sprach sich für die Wiedereinführung des Schulimpfens aus.

Die Impfung solle zwar freiwillig bleiben, aber als Schulimpfung angeboten werden, sagte auch Arzt Adrian Schmassmann (CVP). Es sein ein Fakt, dass die Masern gefährlicher seien als allfällige Nebenwirkungen der Impfung.

(ht/sda)

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