Bericht der Opposition in Syrien
Massaker fordert nahe Homs über 100 Tote
publiziert: Donnerstag, 17. Jan 2013 / 12:06 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Jan 2013 / 18:08 Uhr
Syrische Opposition meldet Massaker in Homs mit über 100 Toten
Syrische Opposition meldet Massaker in Homs mit über 100 Toten

Beirut/Damaskus/Istanbul - In Syrien haben Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten ein neues Massaker an Zivilisten verübt. In der Nähe der Stadt Homs seien bei einem Armeeangriff mehr als hundert Menschen getötet worden. Von unabhängiger Seite liessen sich die Angaben nicht überprüfen.

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«Das syrische Regime hat bei einem Angriff am Dienstag ein neues Massaker mit 106 Opfern, darunter Frauen und Kinder, angerichtet», teilte die in London ansässige oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Sie stützt sich auf ein Informantennetz in Syrien.

Die Beobachtungsstelle rief die Vereinten Nationen auf, ein Ermittlerteam in das Gebiet zu schicken. Bei dem Angriff seien zahlreiche Zivilisten in brennenden Häusern ums Leben gekommen, andere wiesen Stichwunden auf. Unter den Toten seien auch viele Kinder.

Aufständische Kämpfer waren laut der Beobachtungsstelle in dem fünf Kilometer von der Stadt Homs entfernten Gebiet im Zentrum des Landes nicht aktiv. Dagegen berichtete die regierungsnahe Zeitung «Al-Watan», die Armee habe in der Umgebung von Homs «beachtliche» Geländegewinne gegen «bewaffnete Banditen» erzielt.

Die Provinz Homs gilt als «Zentrum der Revolution», sie ist die grösste und strategisch wichtigste Provinz in Syrien. Durch sie führen wichtige Handelsrouten, im Westen grenzt Homs an den Libanon, im Osten an den Irak.

Kämpfe zwischen Kurden-Miliz und Rebellen

Bei Gefechten zwischen syrischen Rebellen und Kämpfern der kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Grenzstadt Ras al-Ain sind seit Mittwoch 26 Menschen ums Leben gekommen. Das berichteten Anhänger und Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad in der Nacht zum Donnerstag.

Demnach nahmen die Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) während des Gefechts sechs PKK-Mitglieder gefangen, vier Männer und zwei Frauen. Bei den Toten handelt es sich den gemäss Angaben um 22 Kurden und fünf FSA-Angehörige. Beobachter vor Ort sagten, die PKK-Kämpfer seien aus den nordirakischen Kandil-Bergen gekommen. Dort unterhält die in der Türkei verbotener Organisation mehrere Lager.

In einem Vorort der Hauptstadt Damaskus wurde nach Angaben der Opposition ein pensionierter Oberst von Rebellen getötet. Insgesamt sollen in Syrien am Donnerstag 68 Menschen ums Leben gekommen sein. Am Vortag hatten die Regimegegner 130 Tote gezählt. Der blutige Konflikt in Syrien dauert bereits seit März 2011 an.

Mehr Opfer in Aleppo

Die Beobachtungsstelle teilte weiter mit, dass die Zahl der schweren Explosionen an der Universität in Aleppo am Dienstag wahrscheinlich auf mehr als hundert steigen werde. Viele Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Gemäss offiziellen Angaben wurden 87 Todesopfer geborgen, mehr als 160 Menschen wurden verletzt.

Die Aufständischen sowie die syrische Führung hatten sich gegenseitig für die Vorfälle verantwortlich gemacht. Die USA ihrerseits hatten wegen der Explosionen harsche Vorwürfe an die syrische Regierung gerichtet, sie sprachen von einem «tödlichen Angriff des syrischen Regimes».

Diese Aussagen nannte Russlands Aussenminister Sergej Lawrow am Donnerstag «abscheulich». Es habe sich vielmehr um einen «terroristischen Akt» gehandelt, den die Aufständischen aus «Rache» für Geländeverluste verübt hätten, fügte Lawrow bei einem Besuch in Tadschikistan hinzu.

(bert/sda)

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