Maya-Kultur an Dürre untergangen
publiziert: Freitag, 14. Mrz 2003 / 09:45 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Mrz 2003 / 13:39 Uhr

Mexiko-Stadt - Die klassische Maya-Kultur ist wahrscheinlich an einer ausgedehnten Trockenperiode zu Grunde gegangen, wie das US-Journal in seiner neusten Ausgabe berichtete.

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Im 8. und 9. Jahrhundert hätten die Mayas oftmals nicht mehr genügend Wasser für ihre angestiegene Bevölkerung speichern können, berichtet Gerald Haug vom Geoforschungszentrums Potsdam im US-Journal "Science".

Haug und seine Koautoren stützen sich auf Untersuchungen von Sedimenten unter dem Meeresboden des Cariaco-Beckens vor der Nordküste Venezuelas.

Titan-Gehalt als Beweismittel

Die klassische Maya-Kultur entwickelte sich in den ersten Jahrhunderten nach Christus im Südosten Mexikos, in Guatemala, Belize, Honduras und in El Salvador. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass die Städte innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne im 8. und 9. Jahrhunderts aufgegeben wurden. Über die möglichen Ursachen wird seit Jahrzehnten diskutiert.

Nach Ansicht der "Science"-Autoren erhärten die Untersuchungen der Sedimente die Klimatheorie. Die Forscher untersuchten die Proben auf ihren Titan-Gehalt und zogen daraus Rückschlüsse auf Klimaänderungen. Sie stellten fest, dass in einer längeren Trockenperiode drei ausgeprägte mehrjährige Dürren um die Jahre 810, 860 und 910 herum auftraten.

Die bestentwickelte altamerikanische Kultur Der Lebensraum der Maya zeichnet sich durch regenreiche Sommer und trockene Winter aus. Laut den Autoren hatten die Maya Systeme entwickelt, um Wasser zu speichern. Sie waren aber darauf angewiesen, dass den trockenen Monaten wieder eine ausgedehnte Regenzeit folgte.

Da die Bevölkerung in der Zeit zwischen 550 und 750 unter günstigen Klimabedingungen stark gewachsen sei, habe die Mayagesellschaft die Dürren des neunten Jahrhunderts nicht verkraftet. Die klassische Mayakultur war in vieler Hinsicht die am weitesten entwickelte aller altamerikanischen Kulturen.

Die Maya verfügten über eine komplexe Schrift, einen genauen Kalender und über astronomische Kenntnisse. Rad, Eisen und Pflug waren ihnen hingegen unbekannt.

Nach dem Niedergang der klassischen Kultur im neunten Jahrhundert blühte die Mayakultur in der so genannten postklassischen Phase zu Beginn des zweiten Jahrtausends im Norden der Halbinsel Yucatan noch einmal kurz auf. Bei Ankunft der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert waren dennoch die meisten Mayastädte längst untergegangen.

(sda/dpa)

(bsk/sda)

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