McTerror
publiziert: Freitag, 8. Jul 2005 / 10:36 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Jul 2005 / 15:36 Uhr

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Das Muster ist bekannt. Das verursachte Leiden gewaltig, auch wenn die Opfer weniger zahlreich sind als einst in New York oder den Vorortzügen der spanischen Hauptstadt.

Auch das Bekennerschreiben erinnert an andere Anschläge von islamistischen Gruppen. Eine bis jetzt unbekannte Organisation, die sich auf El Kaida beruft, proklamiert, den Kampf gegen die Ungläubigen und – wie in diesem Fall – gegen die Kreuzfahrer-Regierungen zu führen.

Ja, es stimmt alles: Gewissenlose Anschläge, skrupelloses Vorgehen, selbstgerechtes Bekenner-Gelabere und offensichtliche Blödheit. Wer eine Regierung treffen will, bombt nicht öffentliche Verkehrsmittel zu Klumpen.

So ist die Welt wiederum mit einem schrecklichen, grausamen Massaker an Unschuldigen konfrontiert und wundert sich darüber, dass ein solcher Anschlag hat durchgeführt werden können, ohne dass die Geheimdienste etwas davon bemerkt haben. Schliesslich brauchte dieser Anschlag eine komplexe Organisation.

Wenn man den Schock beiseite schiebt und diesen Londoner Anschlag und das, was man schon darüber weiss, objektiv betrachtet, so schrumpft er in seiner Grossartigkeit zu einem nicht allzu komplexen Akt widerlicher Gewalt zusammen.

Die Bomben in der Subway, von denen mindestens eine in einem Zug hochging, waren offenbar mit Zeitzündern versehen. Der Sprengsatz, der den Bus zerfetzte, ist nach letzten Erkenntnissen auf die gleiche Weise ausgelöst worden.

Theoretisch ist es sogar möglich, dass eine einzige Person alle Bomben gelegt hat.

Die Sprengsätze selbst bestanden aus herkömmlichem, billig zu produzierendem Material, welches einfach zu beschaffen oder in einem Kellerlabor zu mischen ist.

Vermutlich kosteten die ganzen Anschläge nur ein paar Tausend Franken, wenn überhaupt. Dazu notwendig waren weder grosse logistische noch intellektuelle Fähigkeiten. Einzig und allein grosser Hass, Gewissenlosigkeit und Arroganz gegenüber dem Leben anderer Menschen.

Diese Rohstoffe sind unter radikalen Islamisten genug vorhanden. Ebenso das Wissen, dass solche Anschläge von ihren geistigen Führern ohne Rückfrage gebilligt und geschätzt werden, dass solche Morde unter ihresgleichen als Heldentaten gelten, selbst wenn es nichts als feiges Meucheln Unbeteiligter ist.

Dies ist es, was diese Anschläge so erschreckend macht: Es handelt sich um Terror zu M-Budget-Preisen, durchführbar von kleinsten Gruppen. Die Billigung solcher Taten durch Osama bin Laden und seiner Clique ist für die Täter einem Befehl gleich.

Solche Gruppen dürften kaum von Geheimdiensten oder der Polizei aufzuspüren sein, sofern deren Mitglieder nicht genug dumm sind, von sich aus mit ihren Plänen zu protzen.

Dieses Terror-Franchising von El Kaida ist deren letztes, aber sehr wirksames Mittel im Kampf gegen den Westen. Es ist fast spurlos und kann jederzeit auftauchen. Eine Art McTerror, der ein vorgegebenes Muster kopiert. Ganz simpel. Aber der damit grausame Erfolge erzielt und Tod und Schrecken konkurrenzlos günstig produziert.

(Patrik Etschmayer/news.ch)

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