Hirnforschung

Mechanismus des Vergessens entdeckt

publiziert: Freitag, 14. Mrz 2014 / 10:56 Uhr
Vergessen muss nicht unbedingt etwas schlechtes sein. (Symbolbild)
Vergessen muss nicht unbedingt etwas schlechtes sein. (Symbolbild)

Basel - Für die psychische Gesundheit ist das Vergessen ebenso wichtig wie das Erinnern. Basler Forscher haben nun einen molekularen Mechanismus entdeckt, welcher den Prozess des Vergessens steuert. Demnach ist Vergessen kein passiver sondern ein aktiver Prozess.

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Das menschliche Gehirn ist so konstruiert, dass nur bedeutende Informationen dauerhaft gespeichert werden - alles andere wird vergessen. Ist das Vergessen gestört, drohen schwere psychische Krankheiten. Bisher sei allerdings unklar gewesen, ob es sich dabei um einen aktiven oder passiven Vorgang handelt, schrieb die Universität Basel am Freitag in einer Mitteilung.

Das Team um Attila Stetak von der Universität Basel hat Fadenwürmer genetisch so verändert, dass ihnen ein Eiweiss namens Musashi fehlte. Diese Würmer hatten zwar gleich gute Lernfähigkeiten wie gewöhnliche Würmer. Im Lauf der Zeit zeigte sich aber, dass die veränderten Würmer das Erlernte viel besser behalten konnten, wie die Forscher im Fachjournal «Cell» berichten.

Musashi ist Angriffspunkt für Medikamente

Weitere Experimente zeigten, dass das Eiweiss bestimmte Moleküle unterdrückt, die Synapsen - also die Kontaktpunkte zwischen einzelnen Hirnzellen - stabilisieren. Beim Erinnern und Vergessen wirken demnach zwei Proteine zusammen: Das Adducin fördert das Synapsenwachstum und damit das Erinnern. Das Musashi-Eiweiss jedoch verhindert aktiv die längerfristige Stabilisierung der Synapsen und fördert so das Vergessen.

Das Musashi-Eiweiss bilde einen interessanten Angriffspunkt für Medikamente, die zu schnelles Vergessen etwa bei Alzheimer verhindern sollen, hiess es in der Mitteilung. Die therapeutischen Möglichkeiten dieser Entdeckung sollen nun weitere Experimente zeigen.

(awe/sda)

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